Kursbuch 172 – Gut Leben

 19,00 inkl. Mwst.

Leben alleine reicht nicht. Zumindest für Menschen hat das bloße Leben noch keinen Informationswert. Das liegt daran, dass das Leben auch verfehlt werden kann – sonst könnten wir nicht gut leben. Leben muss qualifiziert werden, es ist keine rein biologische Kategorie, sondern eine soziale, oder besser: eine prozessuale – aber wahrscheinlich ist das exakt unsere Biologie.
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Einzelheft € (D) 19,00
Jahresabo € (D) 60,00, Studentenabo € (D) 48,00
200 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3867741866, ISSN 0023-5652

Art.-Nr.: KB-172-EV Kategorie:

Beschreibung

Ines Pohl Brief einer Leserin (17) • Armin Nassehi Gut wirtschaften • Reinhard K. Sprenger Leadershit • Christina von Braun Wir zahlen alle den Preis des Geldes • Tobias Esch Wie kann man Glück lernen • Jürgen Dollase Gut essen • Peter Berner Neues Wohnen • Hans Förstl & sterben mit Alzheimer • Gian Domenico Borasio Gut sterben – wie geht das? • Friedrich Wilhelm Graf Dient Religion dem guten Leben? • Herfried Münkler Wann marschieren wir ein? • Peter Felixberger Gut: Gerecht • Thomas C. Boyle In guten Händen

Leben alleine reicht nicht. Zumindest für Menschen hat das bloße Leben noch keinen Informationswert. Das liegt daran, dass das Leben auch verfehlt werden kann – sonst könnten wir nicht gut leben. Leben muss qualifiziert werden, es ist keine rein biologische Kategorie, sondern eine soziale, oder besser: eine prozessuale – aber wahrscheinlich ist das exakt unsere Biologie. Die Kategorie des guten Lebens, wie wir sie spätestens seit Aristoteles kennen, ist von zwei Charakteristika geprägt: von ihrer teleologischen Struktur und ihrer Unerreichbarkeit. Teleologisch, weil es um ein Ziel geht, und zwar ein Ziel, das um seiner selbst willen wertvoll ist; unerreichbar, weil das Streben Bedingung des Teleologischen ist. Das gute Leben findet nicht einfach statt beziehungsweise ist nicht einfach da, sondern muss gewollt, erstrebt, geführt werden.

Dabei wusste schon Aristoteles, dass die Eudaimonie, also die Glückseligkeit als Ziel des guten Lebens, zwar selbst erstrebt werden muss, aber durchaus von Bedingungen abhängig ist, die wir nicht allein in der Hand haben: An äußeren Gütern seien Wohlgeborenheit, Geld oder Ehre durchaus hilfreich, bei den inneren Gütern könnten Schönheit, Gesundheit oder Besonnenheit nicht schaden. Das gute Leben ist also ein Leben, das von vielen Faktoren abhängig ist – es muss selbst geführt werden, aber es findet gute oder schlechte Bedingungen vor. (…)

Weiterlesen im Editorial von Armin Nassehi