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Kursbuch 172 – Gut Leben

 19,00 inkl. Mwst.

Leben alleine reicht nicht. Zumindest für Menschen hat das bloße Leben noch keinen Informationswert. Das liegt daran, dass das Leben auch verfehlt werden kann – sonst könnten wir nicht gut leben.

Leben muss qualifiziert werden, es ist keine rein biologische Kategorie, sondern eine soziale, oder besser: eine prozessuale – aber wahrscheinlich ist das exakt unsere Biologie.

ISBN-10: 3867741867
ISBN-13: 978-3867741866
200 Seiten, broschiert
Größe: 14,3 x 1,5 x 22,8 cm

Art.-Nr.: KB172EV Kategorie:

Produktbeschreibung

Leben alleine reicht nicht. Zumindest für Menschen hat das bloße Leben noch keinen Informationswert. Das liegt daran, dass das Leben auch verfehlt werden kann – sonst könnten wir nicht gut leben. Leben muss qualifiziert werden, es ist keine rein biologische Kategorie, sondern eine soziale, oder besser: eine prozessuale – aber wahrscheinlich ist das exakt unsere Biologie. Die Kategorie des guten Lebens, wie wir sie spätestens seit Aristoteles kennen, ist von zwei Charakteristika geprägt: von ihrer teleologischen Struktur und ihrer Unerreichbarkeit. Teleologisch, weil es um ein Ziel geht, und zwar ein Ziel, das um seiner selbst willen wertvoll ist; unerreichbar, weil das Streben Bedingung des Teleologischen ist. Das gute Leben findet nicht einfach statt beziehungsweise ist nicht einfach da, sondern muss gewollt, erstrebt, geführt werden.

Dabei wusste schon Aristoteles, dass die Eudaimonie, also die Glückseligkeit als Ziel des guten Lebens, zwar selbst erstrebt werden muss, aber durchaus von Bedingungen abhängig ist, die wir nicht allein in der Hand haben: An äußeren Gütern seien Wohlgeborenheit, Geld oder Ehre durchaus hilfreich, bei den inneren Gütern könnten Schönheit, Gesundheit oder Besonnenheit nicht schaden. Das gute Leben ist also ein Leben, das von vielen Faktoren abhängig ist – es muss selbst geführt werden, aber es findet gute oder schlechte Bedingungen vor.

Aus dem Editorial von Armin Nassehi