Armin Nassehi – Gut wirtschaften

Die anschwellende Werteorientierung in der Unternehmenskommunikation

Wenn man die Selbstbeschreibungen von wirtschaftlichen Akteuren in den Blick nimmt, muss man sich wundern. Ob in Form von Codes of Conduct oder Social Responsibility Commitments, in Form von Vision und Mission Statements, ob als Katalog spezifischer Werte wie Passion, Respect, Integrity, Discipline, Responsibility, Diversity, Sustainability, Community, in Form gendersensibler Formulierungen und Programme, als Präambel für Geschäftsberichte oder als interne Selbstbeschreibung zur Plausibilisierung von Strategien und Zielen – die Unternehmenskommunikation hat die moralische Kommunikation entdeckt, um sich selbst darstellen zu können.
Welche Ziele sie damit eigentlich verfolgt, will der folgende Essay näher beschreiben. Damit ist auch umrissen, worum es im Folgenden nicht geht: Es erfolgt keine Diskussion wirtschaftsethischer Ansätze und ihrer empirischen Wirkmächtigkeit. Meine Frage lautet nur: Warum ist werteorientierte Kommunikation als Selbstbeschreibung von Unternehmen und Managern so erfolgreich?

Werteorientierte Kommunikation: Als Beispiel für viele mag vielleicht die von Unternehmen, Consultants und Wissenschaftlern ins Leben gerufene »Wertekommission – Inititiative Werte Bewusste Führung« dienen, die im August 2012 eine bundesweite Wertekampagne initiiert hat. Abgesehen von der verunglückten Syntax ist die merkwürdige Semantik interessant. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 172)

Armin Nassehi, geb. 1960, ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt erschien „Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss“.

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