Reinhard K. Sprenger – Leadershit

Gut managen – und was wir damit anrichten

Was ein guter Manager ist, weiß im Grunde jeder: Er sichert das Überleben einer Organisation. Dafür produziert und/oder vertreibt er Güter und Dienstleistungen; dabei gilt zwingend das ökonomische Prinzip. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens ist dem nicht viel hinzuzufügen. Das aber ist manchem nicht genug: Das banale Überleben klingt ihm zu wenig ambitioniert. Um einen »guten« Manager von einem ordinären zu unterscheiden, erwartet er zum Beispiel, dass ersterer eine Eigenkapitalrendite von – sagen wir: 30 Prozent – erwirtschaftet. Um das zu leisten, muss der Manager die »richtigen« Entscheidungen treffen. So lautet die systemisch nüchterne Diktion. Danach ist ein guter Manager also jener, der die richtigen Entscheidungen trifft.

Aber auch damit ist es nicht getan – hierzulande nicht und nicht in Zeiten politischer Korrektheit, in denen das schlechte Gewissen der Normalzustand ist. Ein guter Manager muss nicht nur funktional klug betriebswirtschaften, nein, »nachhaltig« soll er das tun, »sozial verantwortlich« und »ethisch einwandfrei«. Nicht mehr Qualität hat dann ihren Preis, sondern der Grad moralischer Unbedenklichkeit. Und als Person soll er ein Modell von Tugend, Moral und Werten sein, authentisch, ein Vorbild möglichst, menschlich und fachlich gleichermaßen.
Entsprechend bemühen sich Unternehmen, das Verhalten der Führungskräfte zu prägen durch Führungsleitlinien, Wertekanons und andere säkularisierte Bibeln. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 172)

Reinhard K. Sprenger, geb. 1953, ist promovierter Philosoph und gilt als profiliertester Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. Zuletzt erschien „Radikal führen“.

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