Jürgen Dollase – Gut essen

Ein Aufruf zur kulinarischen Selbstbeschränkung

Das Problem: Im kulinarischen Bereich scheint gutes Leben nur noch möglich zu sein, wenn man all die bösen Fakten und immer neuen Hiobsbotschaften so schnell wie möglich verdrängt. Das gelingt ja auch vielen Menschen, wobei man durchaus den Verdacht haben kann, dass der ein oder andere Zusammenhang nicht vollständig überblickt wird. Wer ein wenig empfindsamer reagiert, hegt ein massives Misstrauen in alle Richtungen – also längst nicht mehr nur gegen Fast Food und industrielle Lebensmittelerzeugung, sondern auch hinsichtlich Bio und ökologischen Heilsversprechungen.

Ein Blick auf die Vielzahl der Dinge, die heute verunsichern, stören, das Leben versauern oder einfach nur fatalistisches Kopfschütteln verursachen, ist ernüchternd. Ein Lebensmittelskandal folgt dem anderen, und es scheint sicher, dass das auch in Zukunft so weitergehen wird. Es gibt Bauern ohne jeden Respekt für das Leben der Tiere und ohne Interesse daran, wenigstens eine moderate Balance zwischen kommerziellen Interessen und moralischen Kategorien herzustellen. Die größten von ihnen praktizieren eine Massentierhaltung, die so pervers ist, dass man wieder beginnt, dem Menschen auch in den angeblich zivilisierten Nationen grundsätzlich alles zuzutrauen. Diese Täter wiederum schieben – ungeachtet ihres florierenden Gewerbes – die Schuld auf Verbraucher, die nicht bereit seien, adäquate Preise für besser produzierte tierische Produkte zu zahlen. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 172)

Jürgen Dollase, geb. 1948, studierte Kunst, Musik und Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf und den Universitäten Köln und Düsseldorf. Er ist Feinschmecker und Journalist und veröffentlicht Kolumnen in FAZ, FAS, Port Culinaire und Fine Wine magazine.

Das Kursbuch und auch die Abos können Sie im Shop kaufen.
Für den kostenlosen Newsletter des Kursbuchs können Sie sich hier eintragen:

Hinterlassen Sie einen Kommentar (moderierter Bereich)

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind markiert *