Kursbuch 185 – Fremd sein!

 19,00 inkl. Mwst.

Kursbuch 185 „Fremd sein!“
Peter Felixberger, Armin Nassehi (Hg.)

Erst die Begegnung mit dem Fremden weist das Eigene als das Eigene aus – schon aus logischen Gründen. Dies gehört übrigens zur Grunderfahrung Europas, das über die Konfrontation mit dem Fremden, mit fremden Erdteilen und Lebensformen, Religionen und Kulturen usw., entdeckt hat, dass auch das Eigene nur eine Version unterschiedlicher Möglichkeiten ist.
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Einzelheft € (D) 19,00
Jahresabo € (D) 60,00, Studenten-Abo € (D) 48,00
188 Seiten, ISBN 978-3-94651-400-8, ISSN 0023-5652
E-Book: € (D) 15,99, Single E-Book: € (D) 1,49
Erschienen am 03. März 2016

Artikelnummer: KB-185-EV Kategorie:

Beschreibung

Gregor Dotzauer Brief eines Lesers • Julia Kristeva Was ist ein Fremder? • Alfred Hackensberger Hidschra oder die Auswanderung in die Fremde • Naika Foroutan Wie lange bleibt man ein Fremder? • Bilal Tanweer Schwänzer • Mita Banerjee Der Fall des weißen Riesen • Florian Beaudenon Fremde Augenblicke • Alan Posener Der Jude als Fremder • Armin Nassehi Vertraute Fremde • Wolfgang Schmidbauer Fremd bleiben dürfen • Thomas Kron, Pascal Berger Moderner Terrorismus

Mita Banerjee erinnert uns an die US-amerikanische Geschichte der Einbürgerung – daran, dass auch Iren, Italiener und Griechen in den USA einmal als »colored« galten und letztlich nur dadurch zu »Weißen« wurden, weil es die »Schwarzen« gab. Das ist ein klassischer Fall, der zeigt, wie hybride und instabil auch das Eigene ist. Sie spricht von einer Odyssee, die Fremde durchmachen müssen, um Eigene zu werden.

Der Jude sei der Fremde, der das Fremde ins Land hole, schreibt Posener, also derjenige, der stets der Stachel im Fleisch jenes Eigenen ist, das nur stabil ist, wenn man nicht fragt und wenn man jemanden ausgrenzen kann.
Der Beitrag von Thomas Kron und Pascal Berger nimmt die Figur des Terroristen ins Visier und kommt zu dem Ergebnis, dass Terroristen, hier in Gestalt islamistischer Terroristen, keineswegs nur die Anderen sind: Sie sind oftmals Europäer oder solche, die in Europa aufgewachsen sind beziehungsweise ausgebildet worden sind.
Spektakulär ist die Bildstrecke von Florian Beaudenon. Seine Fotografien zeigen, wie sensibel man »von oben herab« sehen kann. Es sind Menschen in privaten Momenten und intimen Situationen, deren Fremdheit anrührend ist.

Aus dem Editorial von Armin Nassehi, Kursbuch 185 „Fremd sein!“