Die kursbuch.edition

Das Kursbuch ist mit seiner kursbuch.edition am 15. September 2016 gestartet. Vornehmlich Autorinnen und Autoren des Kursbuchs nehmen die von ihnen vorgestellten Perspektiven auf und treiben das Hauptmotiv in weitere Tiefen. Mit mehr Platz für treffende Argumente, entwickelte Pointen und mehr Zeit für gelungene Verbindungen.


cover_obi01_260pKarl Bruckmaier, Wilfried Petzi
OBI oder das Streben nach Glück
Eine Baumaterialsammlung

Mittelerde. Mittwelt. Unbeachtet, ungeachtet, pauschal verachtet: Falls die Schönheit tatsächlich im Auge des Betrachters liegt, dann steht einem mit OBI oder das Streben nach Glück eine spannende Reise in einen Mikrokosmos bevor, der sich zwar unverstellt vor unseren Sinnesorganen spreizt und breitmacht, aber gleichzeitig unsichtbar bleibt, weil er nicht erkannt werden kann.
Weil sich unsere Augen bisher weigern zu sehen. In Deutschlands Provinzen – hier die Region zwischen Vils und Rott – findet sich an jeder Straßenecke eine praktizierende Ästhetik des Widerstands gegen das Geschmacksdiktat der Eliten oft reaktionär, oft willkürlich oder banal – aber immer auch unzähmbar verstockt und lebendig, ein unüberschaubarer Feldversuch in Sachen Selbstverwirklichung. Die Menschen dort, denen die Gebote des guten Geschmacks oft nichts bedeuten, denen die Erkenntnisse von Architektur und Kunsthistorie suspekt sind, denen Machbarkeit, Preis und Schnelligkeit Werte an sich sein können, kombinieren sich munter aus den Materialien, die der Baumarkt bietet, und den Bildern, die man aus Urlaub oder Vorabendserie so kennt, eine Welt, wie sie ihnen gefällt. Aus Pop wurde Waschbeton… cool.

Karl Bruckmaier feilt seit vier Jahren an seinem Golf-Handicap. Wenn er keine Veitstänze aufführt auf unschuldigen Wiesen, so schreibt er eine Story of Pop (Murmann 2014), Artikel für die Süddeutsche Zeitung oder er erteilt digitale Ratschläge via piqd.de. Weltruhm im süddeutschen Raum erlangte er durch seine Musiksendungen in „Club 16“, „Zündfunk“und – heute – „Nachtmix“. Seine Hörspiele sind vielfach ausgezeichnet und stehen teils im Hörspiel-Pool des Bayerischen Rundfunks zum Download parat.

Wilfried Petzi ist Fotograf und Musiker. Er singt und spielt bei F. S. K., einer der sowohl hartnäckigsten wie langlebigsten Bands der deutschen Pop-Historie. Seit 1986 fotografiert er – neben Porträts und eigenen Kunstprojekten – vor allem die Kunst großer Künstler, so für das Haus der Kunst, München, für den Münchner Kunstverein, die Galerie Schöttle sowie für die Sammlung Goetz oder die Gallery Al Riwaq in Doha.

200 Seiten, ISBN 978-3-946514-16-9
Eur 30,- (D) / Eur  30, 90 (A)
erscheint im September 2016
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cover_punk_01_260pErnst Mohr
Punkökonomie
Stilistische Ausbeutung des gesellschaftlichen Randes

Hipster Punks und der „große Klau“. „Der Rand produziert (Stil), der Mainstream konsumiert (ihn auch) und der Markt dazwischen ist auch noch für irgendetwas da.“
Am gesellschaftlichen Rand versammeln sich Subkulturen und Jugendkulturen. Ökonomisch gesehen stellt er also Risikogebiet dar: häufig niedriger Bildungsstand, verbreitet Arbeitslosigkeit, dafür hohe Sozialkosten – kurz: reiner Kostenfaktor in der Gesamtbilanz. So die eine Sicht. Eine andere erkennt, dass der innovationswirksame Wandel des Zeitgeistes vom Rand her befeuert wird, kaum von der „tragenden“ Mitte der Gesellschaft. Habitus, Lebensstil, Mode als Rebellion – das funktioniert so lange, bis der Mainstream zugreift, Versatzstücke der Gegenkultur übernimmt und sich als neuen Trend einverleibt. Damit ist der Lauf der Kommerzialisierung eröffnet und der Rand gezwungen, Neues zu produzieren. Sonst funktionieren seine gegenkulturellen Botschaften nicht mehr. Also doch nicht nur Kostenfaktor?
Welches wirtschaftliche Zusammenspiel zwischen Rand und Mainstream hier am Werk ist, dieser Frage geht Ernst Mohr in brillianter Weise nach. Und zeigt, warum und wie dieses Spiel zwischen dem produktiven Konsumenten als neuem Wirtschaftssubjekt und der Geschmacksindustrie als dessen Ausbeuter so gut funktioniert.

Ernst Mohr ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen. Er forscht über den Einfluss von Kultur auf wirtschaftliches Verhalten. Vor allem aber den Einfluss des Geschmacks auf Konsumentscheidungen. 2014 erschien Ökonomie mit Geschmack – Die Postmoderne Macht des Konsums im Murmann Verlag.

256 Seiten, ISBN 978-3-946514-15-2
€ 25,- (D) / € 25, 70 (A)
erscheint im September 2016
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cover_deutschland01_260pPeter Felixberger, Armin Nassehi
Deutschland. Ein Drehbuch
Nichts überrascht mehr. Nirgends.

Debatten. Überall. Sechs Drehbücher aus Deutschland. Die Welt ist schneller, bunter und unübersichtlicher geworden. Wir gehen förmlich unter in der täglich reißenderen Medien-und Informationsflut. Mit diesen Sätzen beginnt heute jede anständige Kulturkritik. Gleichzeitig passiert im öftentlichen Raum kaum mehr etwas Überraschendes. Alles, was passiert, ist im selben Moment bereits Schnee von gestern. Alles, was besprochen wird, ist längst bekannt. In den Zeitungen steht nur noch, was wir schon immer wussten. Das Neue verschleimt.

Peter Felixberger und Armin Nassehi, die Herausgeber des Kursbuchs, legen deshalb die Mechanik öffentlicher Diskurse und zentraler Debatten frei. Sie beschreiben, dass solche Debatten aussehen, als folgten sie Drehbüchern und Skripten, freilich ohne zu behaupten, dass jemand sie geschrieben hätte. Sie arbeiten Rituale, Reflexe und Tiefenschärfungen heraus, Namen von Akteuren spielen dabei keine Rolle mehr. Jeder erfüllt seine Funktion im Diskurs. Das wirft Fragen auf. Aus welchen intellektuellen Quellen speisen sich die einzelnen Rollen? Wann und wie erfüllen sie ihre Aufgabe in der Kaskade öffentlicher Aufgeregtheiten und Dramatisierungen?

„Ein in jedem Fall lesenswertes Buch, welches einen genauen Überblick über konkurrierende Positionen innerhalb der Diskurse liefert und anhand aktueller Beispiele zu überzeugen weiß.“ socialnet

Peter Felixberger ist Herausgeber des Kursbuchs und Programmgeschäftsführer der Murmann Publishers. Als Buch – und Medienentwickter ist er immer dort zur Stelle, wo ein Argument ans helle Licht der Aufklärung will. Seine Bücher erschienen bei Hanser, Campus, Passagen und Murmann. Dort auch sein letztes: Wie gerecht ist die Gerechtigkeit?

Armin Nassehi ist Soziologieprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Herausgeber des Kursbuchs und einer der wichtigen Public Intellectuals in diesem Land. Im Murmann Verlag veröffentlichte er unter anderem Mit dem Taxi durch die Gesellschaft und Die letzte Stunde der Wahrheit.

160 Seiten, ISBN 978-3-946514-17-6
€ 20,- (D) / € 20, 60 (A)
erschienen am 15. September 2016
Und im Shop erhältlich