Die kursbuch.edition

Das Kursbuch pflegt die Perspektivenverschiebung, nicht die radikale, sondern eher eine, die neue Verbindungen herstellt. Die Bücher der kursbuch.edition sind selbst auch eine Perspektivenverschiebung. Vornehmlich Autorinnen und Autoren des Kursbuchs präsentieren hier Arbeiten, die das jeweilige Hauptmotiv des Kursbuchs aufnehmen und es noch einmal weitertreiben.

Mit mehr Raum für das treffende Argument, mit mehr Platz für die entwickelte Pointe, mit mehr Zeit für die gelungene Verbindung. Kulturelle und politische, ökonomische und ästhetische, mediale und religiöse, gesundheitsbezogene und normative Fragen werden gestellt und womöglich nicht vollends beantwortet. In diesem Sinne ist die kursbuch.edition eine offene Edition – offen in unterschiedlichen Hinsichten: für unterschiedliche Themen, für Pointen, für verschiedene Formate, für ungefragte Fragen und unerwartete Antworten.


Gretchen Dutschke
1968 – Worauf wir stolz sein dürfen
ca. 220 Seiten € 22,00 (D) / € 22,60 (A), ISBN 978-3-96196-006-4
gebunden mit Schutzumschlag
Erschienen am 02. März 2018
E-Book: € 9,99 (D), ISBN 978-3-96196-007-1

Eine Bilanz. Was ist geblieben? Was hat sich als Fehler, was als Illusion erwiesen? Und was hätte das Zeug, auch heute noch Lust auf eine den globalen Herausforderungen sich stellende Protestbewegung zu machen? Es sollte nicht weniger sein als eine weltweite Revolution. Tatsächlich hat sich die 68er-Utopie einer globalen Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung nicht umsetzen lassen. Irgendwo ist er hängen geblieben, der große Traum von einem ganz anderen, einem freien Leben für alle. Dass aber doch etwas und sogar nicht einmal so wenig von diesem Widerstand gegen die autoritär „verwaltete Welt“ (Adorno) von damals in unserem Land nachwirkte und wirkt, gehört neben dem Scheitern ebenso zur Bilanz dieses wirkmächtigen „Tumults“ (Enzensberger).

Eine eigene Bilanz zieht Gretchen Dutschke. Dabei sieht sie vor allem, dass der Freiheitsdrang dieses Protestes sich am Ende doch durchsetzen konnte und sich Deutschlands Verwandlung in eine tolerante Zivilgesellschaft insbesondere diesem Aufbruch verdankt. Sie, die gebürtige Amerikanerin, berichtet aus unmittelbarem Erleben: Als Frau von Rudi Dutschke war sie aktiver Teil von dessen Gedanken und Idealen wie auch vieler Aktionen des Protests, die er und mit ihm viele andere organisierten – einerseits. Andererseits hält sich immer der Blickwinkel einer Außenstehenden, die sich ein ausreichendes Maß an kritischer Distanz erhalten konnte. Diese Haltung und die eingangs gestellten Fragen geben das Leitmotiv ihrer Erzählung an.

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Armin Nassehi
Gab es 1968? – Eine Spurensuche
ca. 200 Seiten € 20,00 (D) / € 20,60 (A)
ISBN 978-3-96196-008-8
Erscheint im Frühjahr 2018
E-Book: € 9,99 (D), ISBN 978-3-96196-009-5

Für die einen ist es der Umbruch in eine moderne Zeit. Für andere der Beginn eines epochalen Werteverlustes. Kontroverse hin oder her: Die Chiffre „68“ steht für eine historische Zäsur. Bleibt zu fragen, ob es sie gab. Das Jahr 1968 hat es gegeben. Aber gab es „1968“? War „1968“ wirklich jener Umschlagpunkt, der eine verkrustete, unbewegliche Welt in eine offene Zukunft geführt hat? Jedenfalls ist der Mythos „1968“ ein beredter Erzählanlass.

Auch für individuelle Biografen gilt, dass sie sich besser erzählen lassen, wenn es ein kritisches Ereignis gegeben hat, das alles ändert. Wenn ein Kairos in das chronologische Nacheinander fährt, wenn es einen Identifikationspunkt gibt, von dem her sich alles erklären lässt. Nun fallen Revolutionen und Plötzlichkeiten – so sie denn welche sind – nicht einfach vom Himmel. In diesem Essay soll es deshalb um folgende Fragen gehen: Welche gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen und Veränderungen haben „1968“ möglich gemacht? Ist „1968“ Ursache oder Effekt von Veränderungen? Und was ist davon geblieben?

Die These wird lauten: „1968“ hat vor allem zweierlei unhintergehbar etabliert – zum einen den Siegeszug der kommunikativen Verflüssigung von allem. Nichts blieb sicher vor der kommunikativen Kraft der Problematisierung und einer geradezu protestantischen Entscheidungsgewalt. Zum anderen aber steht „1968“ auch für das Gegenteil davon, für die popkulturelle Negation des tiefen Sinns und des guten Grundes und die Prämiierung der ästhetischen Pose. Beides kann als Befreiung empfunden werden.

Und heute? Vielleicht werden diese beiden Erbschaften von „1968“ amalgamiert: Vielleicht schrumpft das Diskursive zur popkulturellen Pose – und vielleicht wird die Gegenwartsorientierung des Pop zum tiefsinnigsten Ausdruck einer komplexen Gesellschaft.

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Hermann Sottong
Die größte Agentur der Welt
Wir, die Konsumenten, sind die eigentlichen Markenmacher

Wie werden Marken eigentlich zu Marken? Spontane Antwort: hauptsächlich durch Werbung. Dieser Konnex freut die Marketingprofis. Sind sie doch immer noch verliebt in den Gedanken, dass ihre Ideen einem Markenprodukt zum Durchbruch verhelfen.

220 Seiten
€ 20,- (D) / € 20, 60 (A)
ISBN 978-3-946514-71-98
E-Book € 16,99 (D), ISBN 978-3-946514-72-5

Erschienen im September 2017
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Armin Nassehi
Die letzte Stunde der Wahrheit
Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft

Was wir in letzter Zeit erleben, ist eine Renaissance dessen, was man Populismus nennt. Man könnte fast meinen, dass die Komplexität unserer heutigen Gesellschaft den Grund für diese Renaissance darstellt.

180 Seiten
€ 20,- (D) / € 20, 60 (A)
ISBN 978-3-946514-58-9
Erschienen April 2017
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Gerhard Waldherr
Deutschkunde
Innenansichten einer Nation

30 Geschichten. 43 Orte. 197 Menschen. Innenansichten einer Nation. Eine Terrasse mit Blick zum Garten, auf dem Tisch Porzellan, Blümchenmuster. Otto Schröder schenkt Kaffee ein, greift nach einer Rosinenschnecke und erzählt vom Dorf.

220 Seiten
€ 30,00 (D) / € 30,90 (A)
ISBN 978-3-946514-55-8
Erschienen März 2017
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Wolfgang Schmidbauer
Helikoptermoral
Empörung, Entrüstung und Zorn im öffentlichen Raum

Die globalisierte Konsumgesellschaft plagen chronische Ängste. Sie verschwendet mehr als nachwächst, sie weckt den Neid der Habenichtse und den Terror der Gekränkten. Diese Ängste münden in Hyperaktivität, sei es des Übereifers, sei es der unverhältnismäßigen, verschwenderischen Reaktion auf konstruierte Gefahren.

256 Seiten
€ 20,- (D) / € 20, 60 (A)
ISBN 978-3-946514-56-5
Erschienen am 07. März 2017
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Ernst Mohr
Punkökonomie
Stilistische Ausbeutung des gesellschaftlichen Randes

Hipster Punks und der „große Klau“. „Der Rand produziert (Stil), der Mainstream konsumiert (ihn auch) und der Markt dazwischen ist auch noch für irgendetwas da.“ Am gesellschaftlichen Rand versammeln sich Subkulturen und Jugendkulturen. Ökonomisch gesehen stellt er also Risikogebiet dar: häufig niedriger Bildungsstand, verbreitet Arbeitslosigkeit, dafür hohe Sozialkosten – kurz: reiner Kostenfaktor in der Gesamtbilanz.

256 Seiten, ISBN 978-3-946514-15-2
€ 25,- (D) / € 25, 70 (A)
Erschienen September 2016
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Karl Bruckmaier, Wilfried Petzi
OBI oder das Streben nach Glück
Eine Baumaterialsammlung

Weil sich unsere Augen bisher weigern zu sehen. In Deutschlands Provinzen – hier die Region zwischen Vils und Rott – findet sich an jeder Straßenecke eine praktizierende Ästhetik des Widerstands gegen das Geschmacksdiktat der Eliten.

200 Seiten, ISBN 978-3-946514-16-9
Eur 30,- (D) / Eur  30, 90 (A)
Erschienen September 2016
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Peter Felixberger, Armin Nassehi
Deutschland. Ein Drehbuch
Nichts überrascht mehr. Nirgends.

Debatten. Überall. Sechs Drehbücher aus Deutschland. Die Welt ist schneller, bunter und unübersichtlicher geworden. Wir gehen förmlich unter in der täglich reißenderen Medien- und Informationsflut. Mit diesen Sätzen beginnt heute jede anständige Kulturkritik.

160 Seiten, ISBN 978-3-946514-17-6
€ 20,- (D) / € 20, 60 (A)
Erschienen September 2016
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