Hilfsmissionen im Mittelmeer – „Die Flüchtlinge sind wir“

Die Debatte über Seenotrettungen kommt nicht zur Ruhe. Während Sea-Watch 3-Kapitänin Carola Rackete von der Staatsanwaltschaft angehört wird, hat das Rettungsboot Alan Kurdi vergangenen Dienstag erneut 44 Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet und konfrontiert die Gesellschaft unaufhörlich mit der Frage des Umgangs mit den Geretteten und möglicher europäischer Sofortregelungen.

 

Die Entscheidung zur Flucht ist für Migranten die wohl fundamentalste ihres Lebens, sagt auch der Journalist Wolfgang Bauer. So grundlegend, dass wir uns das Ausmaß dieser Entscheidung kaum vorstellen können. „Ich würde sagen, dass es einigen Menschen in Deutschland an etwas fehlt, das ich emotionales Wissen nennen würde. […] Die Flüchtlinge sind keine Schmarotzer, das sind Menschen, deren Leben in vielen Fällen bedroht war.“ Im Gespräch „Die Flüchtlinge und wir“ mit Theatermacher Philipp Ruch beleuchtet Bauer schon 2015, wie die Öffentlichkeit zwischen Abgestumpftheit und Empörung aus Anstand schwankt. Ein Interview aus Kursbuch 183 „Wohin Flüchten?“. Vier Jahre später brisant wie nie.
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