Alltäglich revolutionär

Städte sind natürliche Biotope unterschiedlichster Lebensentwürfe auf engstem Raum. Sie spiegeln den gesättigt modernen Zeitgeist und sind gleichzeitig Keimzellen der Subversion. Aber ist die Stadt heute noch in der Lage, waschechte Revolten hervorzubringen, oder handelt es sich nurmehr um Revöltchen? Um Einzelkämpfer statt Massenbewegung, pragmatisch leise statt symbolisch laut, Strohfeuer statt Flächenbrand? Um Stadtwohl statt Revolte?

Kursbuch 200 begibt sich in Hamburg, Berlin und München auf die Suche nach Antworten darauf, in der bayerischen Metropole portraitiert Heike Littger den Mietaktivisten Maximilian Heisler, die Vorkämpferin für nachhaltige Mode Mirjam Smend und Michael Schild, bei dem die Kursbuch Herausgeber am kommenden Donnerstag zu Gast sind, um im Import Export über Formen der Revolte, gesellschaftliche Utopien und neue Entwürfe eines Miteinanders zu diskutieren.

Als Vorbereitung und Einstimmung auf die Podiumsdiskussion haben Mirjam Smend und Michael Schild im Mini-Interview kleine Gedankenspiele gewagt.

Mirjam Smend

Die Subkultur in München ist…
»…maximal kreativ und ständig in Bewegung, von einer Zwischennutzung zur nächsten, bis auch diese wieder Bauprojekten zum Opfer fällt.«

Was würden Sie tun, wenn Sie Dieter Reiter wären?
»Klima- und Umweltschutz nicht nur zum Zukunftsthema erklären. #stopclimatechangeNOW«

Wovon braucht München mehr, wovon weniger?
»Nicht reden, sondern machen: Wir sollten mutiger sein und mehr Visionen realisieren. Überholtes Regelwerk, das Kultur und Kreativität im Keim erstickt, haben wir mehr als genug.«

Wenn Sie morgen eine Kundgebung am Marienplatz hätten, dann…
»…würde ich alle Teilnehmer bitten, einen Klappstuhl mitzubringen – es könnte länger dauern.«

Michael Schild

Was stört Sie am meisten an der Subkultur in München?
»Ich differenziere nicht zwischen Hochkultur und Subkultur.«

Von anderen europäischen Städten haben Sie gelernt, dass…
»Freundlichkeit und Offenheit im Alltag eine wunderbare Sache ist.«

Was würden Sie tun, wenn Sie Dieter Reiter wären?
»Ich würde in jedem Viertel eine bunte kosmopolitische Kultureinrichtung eröffnen.«

 

Einladung zur Revolution: Am Donnerstag, den 20. Februar 2020 um 19 Uhr in München im Import Export, Import Export, Schwere Reiter Str. 2, 80797 München. Die Kursbuch-Herausgeber Armin Nassehi und Peter Felixberger im Gespräch mit Michael Schild. Eintritt frei, um Anmeldung über diesen Link wird gebeten.

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