Claudia Pichler – Der Polt

Was Satire so überhaupts kann   Ab Januar 2018 soll der sogenannte »Majestätsbeleidigungsparagraf« in Deutschland endgültig außer Kraft gesetzt sein. Die Große Koalition will Paragraf 103 StGB, der die Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten unter Strafe stellt, abschaffen. Hintergrund ist das Strafverfahren, das Recep Tayyip Erdoğan gegen den Satiriker und ZDF-Moderator Jan Böhmermann 2016…

Kritikmaschine und Goethe Institut – Die weltweiten Veranstaltungen

Debattenreihe“Kritikmaschine“ Das Kursbuch ist auf Weltreise Goethe-Institut und Kursbuch Aus Anlass des 50. Geburtstags des Kursbuchs veranstalten Goethe-Institut und Kursbuch-Redaktion die globale Veranstaltungsreihe „Kritikmaschine“. Die Veranstaltungsreihe will nicht nur zeigen, wie in diesen Zeiten in Deutschland gedacht und gestritten wird. Sie will vor allem einen internationalen Austausch starten, fremde Perspektiven miteinander konfrontieren, sie will nach…

Micha Pawlitzki – Zwentendorf

Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt. Gesagt hat das der Science-Fiction-Autor William Gibson. Das passt perfekt auf Zwentendorf: das erste österreichische Atomkraftwerk, dessen Inbetriebnahme in einem Volksentscheid abgelehnt wurde. Denn hier materialisierte sich eine Zukunft, die damals, im Jahr 1978, überhaupt nicht absehbar war. Die Massenproteste der Antiatomkraftbewegung standen noch bevor,…

Armin Nassehi – Gewalt als Normalfall

Warum der Frieden kalt bleiben muss Wir leben in pazifizierten Räumen. Man muss den Begriffsgebrauch ge­nau beachten: Wir leben nicht in pazifischen Räumen – damit meine ich nicht, dass wir nicht in Kalifornien oder auf Tonga leben, sondern dass diese Räume nicht immer schon friedlich waren, sondern befriedet wurden beziehungsweise werden mussten. Befriedet werden muss…

Ulrike Guérot – Einmal heißer Krieg – kalter Frieden und zurück

Das Ende der europäischen Friedenserzählung Grauzonen zwischen Krieg und Frieden in Europa. In seiner Famous Speech (Adolf Hitler style) imitiert Charlie Chaplin Adolf Hitler. Er legt ihm zunächst milde, nachdenkliche Worte über eine bes­sere Welt, Humanität und menschliches Miteinander in den Mund. Irgendwann in der Mitte, kaum merklich, kippt die Rede. Chaplin alias Hitler steigert…

Wolfgang Schmidbauer – Der entgrenzte Suizid

Narzisstische Kränkung im kalten Frieden Die meisten gewissenhaften Selbstbeobachter werden zugeben, dass ihnen Mordimpulse nicht gänzlich fremd sind. Kaum einer hat das in einer so schönen Mischung von Idylle und Schauder vorgetragen wie Heinrich Heine: »Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Bett, gutes Essen, Milch…

Manon Clasen, Stephan G. Humer – Digitalkrimi

Ein Bericht zur Lage des Cyberterrorismus Theorie: Grundlagen einer terroristischen Revolution. Das Internet hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in nahezu jeder Gesellschaft enorm an Relevanz gewonnen. Inzwischen ist es nicht nur in fast alle Bereiche des menschlichen Lebens vorgedrungen und aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken, sondern es bildet auch die Basis…

Karsten Fischer – Der Wahnsinn von Jahrtausenden

Der kalte Frieden als Hoffnungsschimmer Der Mensch macht es sich nicht leicht mit seiner Geschichte. Sein ­Alleinstellungsmerkmal unter den Lebewesen, dank Sprache und kultureller Überlieferungstechniken noch die fernste Vergangenheit zu ken­nen, bietet ihm die Chance, nicht nur aus eigenen, biografischen Fehlern zu lernen, sondern aus Erfahrungen im ­gattungsgeschichtlichen Maßstab. Dies hat in der hochkulturellen Entwicklung…

Bernd Stiegler – Bildersturm

Ideologische Besetzungen der Fotografie in der Gegenwart Vor einigen Wochen postete der norwegische Autor Tom Egeland auf seiner Facebook-Seite das berühmte Foto der vor Napalmbomben fliehenden Kim Phúc aus dem Vietnamkrieg. Er stellte es als eines der iko­nischen Kriegsbilder der Gegenwart in eine Reihe mit weiteren Fotos, die die Kriegsberichterstattung geprägt haben. Als Facebook unter…

Klaus Hofmann – Das Märchen von Kanaan

Eine literarische Utopie für Israel und Palästina Wieder und wieder, in jeder Nachrichtensendung, ist es heute zu sehen: das Hissen der Fahne der Kanaanitischen Republik. Auf dem Bildschirm das tiefe Rot des Fahnentuchs, das den alten Namen sinnfällig macht: Kanaan, Purpurland. Ziel und Ende des langen Prozesses, der den jüdischen Staat Israel durch Einbürgerung der…