Kursbuch 170 – Der Inhalt

Sven Murmann Vorwort • Armin Nassehi, Peter Felixberger Ein Anfang • Armin Nassehi, Peter Felixberger Das Kursbuch – Ein Ort kompetenter Gelassenheit • Henning Marmulla 1965/2012 • Armin Nassehi Der Ausnahmezustand als Normalfall • Dietmar Dath Legitimiert euch doch selbst • Werner Plumpe Ohne Krisen keine Harmonie • Gunter Dueck Ich hasse Krisen • Romuald…

Diethmar Dath: Legitimiert euch doch selbst!

Wo wenigstens formell Meinungsfreiheit herrscht, ist die Wirklichkeit mitunter öder als die Debatte. Ist dies der Fall, so kann man zwar nicht alles erleben, aber doch alles zu hören bekommen, „bevor einem die Ohren abfallen“ (Pippi Langstrumpf), vorausgesetzt, man hat einen langen Atem und wartet ab. Zum Beispiel Gesellschaftskritik: Ich kenne einen smarten Publizisten, der…

Gunter Dueck: Ich hasse Krisen

Wenn in Reden die Krise thematisiert wird, bekomme ich eine. Ich leide unter immer gleichen Sprüchen im Management wie: „Eine Krise kann und muss als Chance begriffen werden. Wir werden einen glatten Neuanfang schaffen. Wir starten von null. Wir haben keine Altlasten mehr. Wir haben die Brücke hinter uns abgebrochen und sehen nach vorne. Wir…

Henning Marmulla: Verbindungen. 1965/2012

Das Kursbuch war die wichtigste kulturelle und politische Zeitschrift in der zweiten Hälfe der 1960er-Jahre. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort erschien diese von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene und zwischen 1965 und 1970 von Siegfried Unseld verlegte Zeitschrift. In den fast fünf Jahren, in denen sie im Suhrkamp Verlag erschien, begleitete die Zeitschrift die Formierung…

Jasmin Siri: Die Krise organisieren

Parteien sind in der Krise. Dieser Satz klingt so plausibel, dass man kaum auf die Idee kommt, ihn zu hinterfragen. Parteien sind in der Krise – und das politische System auch. Immer weniger Menschen engagieren sich in Parteien, immer weniger fühlen sich durch sie vertreten.Wahrend die Kluft zwischen Parteien und Bürgern wachst, scheinen sich diese…

Daniela Roth: Kanisterkunst

Im Moment erscheinen in Beniner Zeitungen Anzeigen, die dazu auffordern, für eine neue Hilfsorganisation zu spenden: SBOP „Solidarité Béninoise pour Occidentaux en Péril“, Solidarität mit den „Abendländischen“, die in Gefahr sind. Dahinter steckt eine Aktion des Beniner Künstlers Romuald Hazoumé. Ironisch – oder ernst? – will Hazoumé darauf hinweisen, dass auch der vermeintlich reiche Westen…