Bahman Nirumand: Zufallstreffer

»Mit dem Schritt von der Ablehnung der autoritären Struktur der Universität und einer wertlosen, da prinzipienlosen Wissenschaftlichkeit des Lehrbetriebs zum Kampf gegen die formal-demokratische Ordnung der spät-kapitalistischen Gesellschaft ist die Bewegung der deutschen Studenten in den weltweiten Kampf der Avantgarde aller Länder um die Befreiung von Herrschaft und Unterdrückung eingetreten. Studentenunruhen – in den Ländern der dritten Welt schon längst ein politischer Faktor – sind in den Hochburgen des Spätkapitalismus ein unvorhergesehenes Phänomen, dem die etablierten Mächte mit hilflosen Integrationsversuchen oder aber mit provozierender Gewalt begegnen. (…)

Aus: Kursbuch 13, »Die Studenten und die Macht«, 1968, S. 2–3

Den Text habe ich vor beinahe 50 Jahren geschrieben. Das war eine ganz andere Zeit. Es scheint auch ein ganz anderes Leben gewesen zu sei, eine andere Welt, eine andere Art zu schreiben, zu sprechen und zu denken. Der Artikel stellt die Frage, wieso ausgerechnet die Studenten, die ja damals noch stärker als heute meist bürgerlicher Abstammung waren, zur Avantgarde im internationalen Klassenkampf werden konnten. Und dass das so war, daran hatten wir damals keinen Zweifel. 1968 revoltierten ja nicht nur die Studenten in Berlin, Paris oder Berkeley. Auch in der iranischen Opposition spielten Studenten eine wichtige Rolle. Die Conföderation Iranischer Studenten /National­Union, kurz CISNU, hatte weltweit 100 000 Mitglieder, davon über 60 000 in Deutschland, wobei nicht alle Studenten waren. Auch in der kubanischen Revolution und in der chinesischen Kulturrevolution wirkten Studenten an entscheidender Stelle mit. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 182)

Bahman Nirumand, geb. 1936, ist Journalist und Autor. Zuletzt erschien »Iran Israel Krieg – Der Funke zum Flächenbrand.«

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