Wolfgang Schröter – Fluch des Mammons

Schicksal und Entscheidung in der Finanzkrise
Normalität und Zerstörung

Geld und Kredit. – Ewige Geißel der Menschheit oder integraler Teil des Fortschritts? Wie bei zwei elektrisch aufgeladenen Polen scheiden sich hier die Geister, immer bereit, aufeinander loszugehen, hochemotional, mal mit Argumenten, mal mit Taten. Für die einen ist es die immer gleiche Erzählung von Ausbeutung der Schuldner durch die Gläubiger, verbunden mit Repression, Versklavung, Wucher, überschäumender Gier, sozialer Ungleichheit und Mega-Krisen. Für die anderen ist Geld und Kredit essenzieller Bestandteil der fortschreitenden Geschichte, verbunden mit Innovation, Arbeitsteilung, Emanzipation und Wohlstand. Wie kommt es, dass bei einem Medium des Tausches, der Wertaufbewahrung sowie gegenseitiger Ansprüche und Verpflichtungen die Interpretationen über seine Eigenschaften so weit auseinanderklaffen?
Vielleicht liegt es daran, dass Geld und Kredit schon in seinem Wesen potenzielle Gegensätze in sich trägt: etwa stabil und fragil zu sein, konkret und abstrakt, Vertrauen bildend und Vertrauen zerstörend, ausgleichend und spaltend, mächtig und ohnmächtig oder friedensstiftend und kriegstreibend. In welchem Aggregatzustand sich Geld und Kredit gerade befindet, hängt also davon ab – aber wovon genau? Allein vom Auge des Betrachters? Von der inneren Beschaffenheit des Systems? Von den Banken? Von der Politik und damit vom Staat? Von gesellschaftlichen Veränderungen? Von den internationalen Beziehungen?

Fest steht: Das Thema Geld und Kredit hat viele Facetten, und diese verändern sich ständig. Dabei nehmen wir in normalen Zeiten die darin wirkenden Kräfte kaum wahr. Mit diesem Medium bestreiten wir unseren Lebensunterhalt, lassen uns unsere Arbeit entgelten, zählen unser Vermögen, zahlen unsere Steuern, sparen für die Zukunft und verschulden uns darin über Kredit. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 187)

Wolfgang Schröter, geb. 1957, arbeitete nach seinem Studium der Betriebswirtschaft fast 30 Jahren bei namhaften Banken im In- und Ausland. Er beriet deutsche Großunternehmen, Banken und die öffentliche Hand im Kredit- und Kapitalmarktgeschäft, bis er 2010 seiner Branche den Rücken kehrte. Zuletzt erschien »Der große Schulden-Bumerang. Ein Banker bricht das Schweigen.«

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