Ursula Pasero – Die vielen Inspektionen zu Sex und Gender

Ost und West

Sie sind viele, sie werden 50 Jahre alt, und sie sind die Ersten, die mehrheitlich mit 67 Jahren in Rente gehen. Sie unterscheiden sich nicht maßgeblich von denen, die ein paar Jahre früher oder später geboren werden. So gesehen sind sie eine soziale Konstruktion der amtlichen Statistik. Sie fallen statistisch auf, weil sie in die Sozialdaten Deutschlands als Kohorte eingehen, die wegen ihrer großen Zahl imponiert. Ihre zahlenmäßige Größe wird später nie wieder erreicht, deshalb nennt man sie die Babyboomer.

Die Hälfte ihres Lebens verbringen diese vielen im geteilten Deutschland und damit in differenten Sozialsystemen – knapp vier Fünftel von ihnen im Westen und etwas mehr als ein Fünftel von ihnen im Osten –, das ist folgenreich. Ein Fünftel dieser Generation muss seine sozialen und kulturellen Erwartungen 1989/90 abrupt und radikal umstellen, die anderen vier Fünftel müssen das nicht. Die in der DDR Aufgewachsenen sehen als junge Erwachsene die normativen Muster einer sich realsozialistisch nennenden Arbeitsgesellschaft just an dieser Realität scheitern. Wenig später werden sie mit den irritierenden Routinen einer Gesellschaft konfrontiert. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Ursula Pasero, arbeitet als Senior Research Fellow an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Zuletzt erschien von ihr „Art Production beyond the Art Market?“ (mit Karen van den Berg).

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