Carlo Kroiß: Und sie bewegen sich doch

Asylbetrüger, Asylanten, Asylbewerber, Flüchtlinge, Geflüchtete – es gibt zahlreiche Erzählungen über Flucht: von kriminellen Schlepperbanden und ihren skrupellosen Machenschaften, von ungebremsten Flüchtlingsströmen und Asylbetrug oder von Krieg, Verfolgung, Elend und der rettenden Flucht. Doch dies sind alles Erzählungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft über Menschen, die geflüchtet sind. Die Geschichten der Geflüchteten selbst taugen maximal als Grundlage für rührselige Einzelfallporträts in der Zeitung oder als Teil einer Fallakte in einer Schublade der deutschen Ausländerbehörden. Dabei haben die Betroffenen viel zu berichten. Nicht nur von der Flucht selbst, sondern insbesondere auch vom Ankommen in Deutschland.

Im Rahmen meines Promotionsprojektes habe ich offene Interviews mit Asylbewerbern geführt. Manche sind erst seit kurzer Zeit in Deutschland und manche schon seit Jahren. Einige haben inzwischen einen festen Aufenthaltsstatus, andere müssen sich immer noch jeden Monat bei der Verlängerung ihrer Duldung vor der Abschiebung fürchten. Ihre Geschichten bieten interessante Einblicke in das deutsch-europäische Asylregime. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 183)

Carlo Kroiß, geb. 1985, promoviert am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München bei Prof. Armin Nassehi zu Prekäre Inklusion. Zur Subjektivierung von Asylbewerber_innen in Bayern. Er ist Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung.

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