Ulf von Rauchhaupt – Generation Star Trek

(Intermezzo 2)

Mitten in der Nacht wurde ich aus dem Bett geholt. Meine Mutter wickelte mich in einen riesigen dunkelroten Bademantel meines Vaters. »Davon wirst du noch deinen Enkeln erzählen«, sagte sie und setzte mich vor den Fernseher. Der zeigte eine stille graue Landschaft unter dem schwärzesten Himmel, den der Röhrenbildschirm wiederzugeben imstande war. Dann eine weiße Gestalt, die merkwürdig hüpfte.

Es gibt viele Deutsche, die als Fünfjährige in der Nacht zum 21. Juli 1969 geweckt wurden, um die ersten Schritte von Menschen auf dem Mond mitzuverfolgen. Sagt das etwas über die heute etwa 50-Jährigen aus? Auf den ersten Blick kaum. Zwar habe ich einige getroffen, die sich davon geprägt fühlen, doch die waren alle weiß, männlich und hatten Physik studiert.
Aber es gibt einen zweiten Blick. Für die meisten 1964 Geborenen, die damals geweckt wurden, dürfte die Mondlandung die früheste exakt datierbare Kindheitserinnerung sein. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Ulf von Rauchhaupt, geb. 1964, ist Redakteur der FAZ und leitet zusammen mit Jörg Albrecht das Wissenschaftsressort der Sonntagszeitung. Zuletzt erschien von ihm „In den Sternen. Die 88 Konstellationen im Porträt.“

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