Thomas Gerlinger – Wettbewerb und Privatisierung

Über den Wandel von Gesundheitssystemen

Kaum eine andere Typologie zur Beschreibung und Analyse kapitalistischer Gesellschaften ist auf eine derartige Resonanz gestoßen wie Esping-Andersens Unterscheidung zwischen sozialdemokratischen, konservativen und liberalen Wohlfahrtsstaatsregimen. Zentraler Bezugspunkt seiner Analyse ist der Begriff der »Dekommodifizierung«, also der Grad, in dem die sozialstaatliche Leistungsgewährung die Leistungsempfänger von dem Zwang befreit, zur Sicherung ihrer Lebenslage ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen zu müssen. Die verschiedenen Wohlfahrtsstaatstypen legen hier je eigene Regeln des Zugangs zu sozialstaatlichen Leistungen zugrunde und weisen Unterschiede im Leistungsniveau – gemessen am zuvor erzielten Primäreinkommen – auf.

Damit wirken sie in spezifischer Weise auf die soziale Ordnung und Schichtung einer Gesellschaft (»Stratifizierung«) ein, vor allem auf den Grad der Ungleichheit zwischen diversen gesellschaftlichen Gruppen. Mit ihrer jeweiligen Ausrichtung weisen die Wohlfahrtsstaatsregime den Institutionen Staat, Markt und Familie eine eigene Bedeutung für das System der sozialen Sicherung zu. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 175)

Thomas Gerlinger, geb. 1959, ist Professor und Leiter der Arbeitsgruppe »Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Gesundheitssoziologie« an der Universität Bielefeld. Zuletzt erschien von ihm „Gesundheitsdienstleistungen im europäischen Binnenmarkt“.

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