Sudhir Venkatesh – Freiheit im Untergrund

Die Gangsterökonomie in New York

Ich kam viel zu früh zur Vernissage und war nervös und aufgeregt. Es war der Tag, als Shine in mein Leben treten sollte.
Nachdem ich 1997 nach New York City gekommen war, hatte ich mich fünf Jahre lang mit der Untergrundökonomie der Stadt beschäftigt, einer weitgehend unbekannten Schattenwelt, in der Menschen Einkommen unterschlagen, Gesetze brechen und eine schier grenzenlose Kreativität entfalten, um an Geld zu kommen. In der Fachwelt würde man mich als »Ethnografen« bezeichnen, ein schickes Wort für einen Soziologen, der seine Zeit vor allem damit verbringt, andere Menschen in ihrem Alltag zu beobachten – also jemand, der herumlungert, statt Daten zu erheben oder Umfragen durchzuführen. In meiner Arbeit gehe ich davon aus, dass die Zeit für mich arbeitet. Sie bringt Dinge ans Licht, die Menschen gern verbergen. Sie lässt sie Sachen sagen, für die sie sich im Grunde schämen. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 179)

Sudhir Venkateshgeb. 1966, ist Professor für Soziologie an der Columbia University in New York City. Im Frühjahr 2015 erschien „Floating City“ in deutscher Übersetzung im Murmann Verlag.

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