Jahresabonnement – Ab Kursbuch 193

 60,00 / Jahr

Peter Felixberger, Armin Nassehi (Hg.)
Kursbuch 193 – 301 Gramm Bildung
Das Abonnement beinhaltet die Kursbücher 193, 194, 195 und 196 im ersten Jahr.

184 Seiten. Einzelpreis € 19,00 (D) / € 19,60 (A)
ISBN 978-3-96196-002-6 (KB193)
Erscheint am 02. März 2018
E-Book: € 9,99 (D) (KB193)
ISBN 978-3-96196-003-3
E-Single: € 0,99 (D)
(eBooks und Single-eBooks nach Erscheinen z.B. auf www.buecher.de, www.amazon.de)

Artikelnummer: KB-JA-Ab193 Kategorien: ,

Beschreibung

»Schweiß und Gummimatten ergaben eine Geruchskombination, so durchdringend, dass sie in mir als Erwachsenem zuverlässig den Proust’schen ›Madeleine‹-Effekt auslöst. So riecht Grundschule.« Olaf Unverzart, heute Fotograf und Künstler, erinnert sich noch genau an seine Einschulung 1979. Die Begrüßung der neuen Eleven findet in der Turnhalle statt – ein eindrücklicher Ort, dessen Aroma sich sicher nicht nur in die Erinnerung der Autoren dieses Kursbuchs eingebrannt hat. Zurecht doch auch, wird mancher Pädagoge einwenden, sofern die Schule durchaus als Stätte ganzheitlicher Bildung gilt und also, wie Heiner Barz es formuliert, eine sein muss, die »Erziehung aus ihrer Verengung auf die intellektuelle Dimension befreit […] und den Menschen als körperliches, emotionales und soziales Wesen ansprechen« soll.

Der Erziehungswissenschaftler und Bildungsforscher Heiner Barz liefert mit seinem Essay eine Kurzgeschichte der Reformpädagogik und plädiert für den mutigen Einsatz vermeintlich neuer Techniken, die den Alltag der Schüler ohnehin längst gestalten. Tablets und Handys verbieten? Käme wohl in etwa einem lauten Ruf in eine leere Turnhalle gleich. Umso erstaunlicher also, dass wirklich jede Idee, Forderung, Mahnung, Reform, Bildungsoffensive – nur weil sie im Gewand der Innovation auftaucht – zuerst reflexartig als Lösung schlechthin gepriesen wird, nur um dann doch wieder im Leerlauf der sogenannten Bildungsdiskussion zu verschwimmen. Wieso? Eine Frage, die angesichts des gegenwärtigen Status quo erlaubt sein muss und welche dieses Kursbuch aus unterschiedlichster Perspektive diskutiert. Erlösung durch Bildung als letzte Utopie? Bis heute wird unverdrossen an dieser Idee festgehalten. Die Gründe dafür erweisen sich – 301 Gramm Buchgewicht stehen exemplarisch dafür – als vielfältig.

Zweifelsohne nimmt sich das Kursbuch 193 also einer schwergewichtigen Thematik an, deren Gegenstand, wie Konrad Paul Liessmann in Rekurs auf Walter Benjamin konstatiert, immer nur umkreist werden kann: Bildung gleicht der Aura eines Kunstwerks, fern, wie nah man ihr auch kommen mag. Ein Grund mehr, sich dieses Komplexes auch über verschiedene Textformen zu nähern: mit Essays in gewohnter Brillanz, darüber hinaus dieses Mal mit Bildungsbiografien in Form knapper Intermezzi inklusive Fotografien der Autoren und Autorinnen in jungen Jahren.

Mit Beiträgen von Heiner Barz, Konrad Paul Liessmann, Markus Rieger-Ladich, Elsbeth Stern, Heinz-Elmar Tenorth u.a.