Rainer Forst – Die Unwahrscheinlichen

(Intermezzo 8)

Ein Jahrgang macht noch keine Generation, auch wenn er der größte der neueren Geschichte ist. Diejenigen, die wie ich dazugehören, fühlten sich bis vor Kurzem auch nicht als Mitglieder eines markanten Klubs. Doch es könnte sein, dass genau das ein Merkmal ist. Der Vierundsechzigerjahrgang, der nun in die Jahre kommt, dachte nie besonders von sich. Er betrachtete sich vielmehr als etwas Unwahrscheinliches. Das heißt, dass wir, die wir so unwahrscheinlich viele sind, in dem nüchternen Bewusstsein des Unwahrscheinlichen aufwuchsen und dennoch häufig überrascht wurden von Ereignissen, die wir als unwahrscheinlich ansahen. Das hat uns geprägt.

Und das kam so. Wir wurden in ein Land geboren, das sich wirtschaftlicher Erfolge erfreute, ohne dass die Menschen dabei in Saus und Braus lebten. Die Unterschiede zwischen Land und Stadt waren groß, die Bildungsexpansion stand noch bevor. Sie sollte uns zu besseren Abschlüssen verhelfen, als viele unserer Eltern es erhofften. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Rainer Forst, geb. 1964, ist Professor für Politische Theorie und Philosophie in Frankfurt am Main. Zuletzt erschien von ihm „Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse und The Power of Tolerance. A Debate“.

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