Peter Felixberger: More Talent, Less Ego

Was macht die Kunst des Zeitschriften- und Buchverlegens? Wer dieser Frage in Zeiten digitaler Transformation von Medien begegnen will, muss sich nicht nur mit dem Wandel publizistischer Formatierungen, sondern auch mit dem Wandel medialer Selbstbeschreibungen beschäftigen. Es geht also nicht nur darum, zu erkennen, wie sich die Schnittstelle zum Leser aus dem stationären Buch- und Zeitschriftenhandel mithilfe neuer digitaler Geschäftsmodelle ins Netz zurückzieht, sondern auch tiefer nachzuforschen, wie die Texte heute als weitverzweigte Gesprächskultur in Verbindung mit dem gesamten Arsenal von Online- und Offlineformaten inszeniert werden. An vielen Orten ist zu beobachten: Verlage werden immer stärker zu Content- und Kontextarchitekten – mit Gesprächen, Vorträgen, Weblesungen, Webinaren, enhanced E-Books oder Newslettern.

Der Buchcontent wird transkribiert in innovativere Formate, um im Kontext neuer Technologien weiter kommuniziert zu werden. Der Autor wird zum Contentinitiator, dem ein Verlag eine gemeinsame Aktionsplattform zimmert.

Dieser kleine Entwicklungsschritt in der Mediengegenwart hat eine große Wirkung: Anspruchsvolle Literatur- und Sachbuchverlage, Zeitungen und Kulturmagazine können ihre bisherigen Geschäftsmodelle nicht länger aufrechterhalten. Das Problem liegt nicht so sehr an einem plötzlichen Verlust von Produktqualität und Vielfalt, es liegt auch nicht an Distribution und Logistik oder an starrsinnigen Verlagsleitern. Nein, das Problem liegt tiefer. Um es in einem Schwung zu sagen: Die Inhalte schreien heute nach mehr Belebung, Interaktion und Assoziation, nach Remix und Refill. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 184)

Peter Felixberger, geb. 1960, ist promovierter Soziologe, Publizist und Medienentwickler und arbeitet als Programmgeschäftsführer der Murmann Publishers. Zuletzt erschien „Wie gerecht ist die Gerechtigkeit?“

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