Michael Lind – Im Namen des weißen Mannes

USA und Europa im Gleichschritt von Spaltung und Veränderung

Phänomene wie die Nominierung für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen, die der Milliardär und Reality-TV-Star Donald Trump den Republikanern abgenötigt hat, oder der Aufstieg nationalistischer und populistischer Parteien in Europa oder die hart umkämpfte »Brexit«-Initiative in Großbritannien – so wenig sie scheinbar miteinander zu tun haben, sind sie doch alle das Ergebnis von langfristigen demografischen, ökonomischen und sozialen Trends, die sich im Wandel politischer Strukturen widerspiegeln. Auf beiden Seiten des Nordatlantiks unterhöhlt dieser gesellschaftliche Wandel die über Jahrzehnte hin zusammengewachsenen politischen Ordnungen und kombiniert sie in ihren Komponenten auf überraschende Weise neu. Die drei wichtigsten gesellschaftlichen Trends sind demografischer, kultureller und ökonomischer Art.

Der bedeutsamste demografische Trend ist der der sinkenden Geburtenraten in entwickelten Ländern, Raten, die nicht ausreichen, um die Bevölkerung in der nächsten Generation zu reproduzieren. 2015 lag die Gesamtfertilitätsrate der Vereinigten Staaten bei 1,87 und damit zwar höher als in Deutschland mit 1,44, aber immer noch unter Reproduktionsniveau. Das heißt, sie war zu niedrig, um die Bevölkerungszahl ohne Einwanderung konstant zu halten. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 187)

Aus dem Englischen von Jens Hagestedt

Michael Lind, geb. 1962, ist Publizist und Gründer des Thinktanks »New America« in Washington, D.C. Zuletzt erschien Land of Promise. An Economic History of the United States.

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