Florian Rötzer: Medien in der Krise. Krise in den Medien

Es gibt ganz verschiedene Weisen, wie Menschen und auch Medien beziehungsweise Journalisten auf Krisen reagieren – und was sie überhaupt als Krisen wahrnehmen. Schließlich können sie sich nicht nur selbst in einer Krise befinden, es gibt überdies neben Verlierern in aller Regel auch Gewinner, die nicht nur vom Ausgang der Krise profitieren – oder profitieren wollen –, sondern auch schon vor der Klimax entsprechend Öl ins Feuer gießen. Wenn man nach einer genauen Analyse der Schweizer Medienlandschaft geht, die zumindest in Teilen verallgemeinerbar sein durfte, dann sind die meist dem Lager der alten, vordigitalen Massenmedien (Print, Fernsehen, Rundfunk) angehörenden Mainstream-Medien, zumal wenn sie Informationen sachlich und distanziert vermitteln wollen, selbst in einer tiefen Krise.

Diese hat zweifellos mit der zunehmend prekären Finanzierung und der neuen Konkurrenz durch die digitalen Medien sowie der digitalen Kultur zu tun, für die ein möglichst schneller und kostenloser Zugriff auf Content, Information, Wissen et cetera zum Grundprinzip gehört, nachdem digitale Daten ohne Qualitätsverlust und mit immer geringeren Kosten kopiert, gespeichert und verbreitet werden können. Aber das ist es nicht alleine, denn es hat sich der Kontext, die Medienumwelt verändert, innerhalb derer Informationen produziert, verteilt und konsumiert werden, und damit auch die sich bildenden Öffentlichkeiten. (…)

Florian Rötzer, geb. 1953, ist Journalist. Er studierte Philosophie, Pädagogik und Psychologie in München und ist seit 1996 Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis. Zuletzt erschien „Vom Wildwerden der Städte“.

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