Kursbuch 196 – Der Inhalt

Elke Buhr – Brief einer Leserin (23) • Armin Nassehi –  Editorial • Sibylle Lewitscharoff Drei Tannen • Gregor Maria Hoff – Kirche zu, Problem tot • Armin Nassehi – Strategisch. Religiös. Reden  • Karsten Fischer – Mullahs, Monster und Ministerräte • Jens Spahn – Christ und Demokrat in Union • Diedrich Diederichsen – Magic and Lies • Ralph Niese – Zum Teufel nochmal! • Johann Hinrich Claussen – Der Fremde in uns • Johanna Pink – Islam? Welcher Islam? • Aladin El-Mafaalani – Jung. Muslimisch. Radikal • Monika Vorab-Sahr – Die Macht der Unterscheidung • Reinhard Schulze – Der lange Bart des Propheten 

(die Essays sind anklickbar, Sie kommen dann direkt zum Textauszug).

Editorial

Die aktuelle Theodizee-Frage lautet: Wie konnte Gott es zulassen, dass es dieses Kursbuch gibt? Über Religion, zum Teufel! Wir wissen es nicht, wir nehmen es nur als Hinweis, dass er womöglich nur sporadisch in seine Schöpfung eingreift. Allmächtigkeit ist ja nicht unbedingt eine Verpflichtung, sich um alles zu kümmern. Oder er hat uns einfach gelassen, um zu sehen, was dabei herauskommt. Dass der Teufel, der Diabolos, der Durcheinanderwerfer, mit auf dem Titel steht, bitten wir nicht nur zu entschuldigen, sondern auch wörtlich zu nehmen, denn wenn es ums Religiöse geht, scheint vieles eher durcheinandergeworfen zu sein, konflikthaft, unversöhnlich, polemogen. Aber das ist sein Job. Der katholische Katechismus jedenfalls versichert uns: Seine Macht ist endlich, weil er selbst nur Geschöpf ist und nicht Gott. Wenn er Geschöpf ist, gründet er also selbst in Gott, der sich etwas dabei gedacht haben muss. Wahrscheinlich deshalb dürfen wir auch ein Kursbuch über Religion machen, zum Teufel!

Unser Zugriff ist eher traditionell und wenig tricky. Wir meinen das mit der Religion wirklich ernst. »Religion« ist uns nicht einfach Chiffre für Religionsersatz, Sinnsuche oder nur Metapher, sondern die Beiträge dieses Kursbuchs setzen direkt an konkreten religiösen Phänomenen an. Einen Schwerpunkt bildet der Islam – im Beitrag von Johanna Pink wird darüber aufgeklärt, wie naiv die Rezeption des Koran erfolgt. Die beliebte Technik, sich die passende Sure für die eigene gewünschte Wirkung durch Wörtlichkeit und Dekontextualisierung von Text zurechtzulegen, konfrontiert die Islamwissenschaftlerin mit dem Hinweis auf die »störrische Mehrdeutigkeit der Schrift« – eine wunderbare Formulierung. (…)

Weiterlesen auf der Seite des Editorials von Armin Nassehi.

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