Katarina Greifeld – Meine Gesundheit gehört mir!

Lokale Menschenbilder und Medizin in der globalisierten Welt

Gibt es einen Gegensatz zwischen westlichen und nicht westlichen Konzepten von Kranksein und Wohlbefinden? Was hat es mit der westlichen Schulmedizin oder Biomedizin auf sich und anderen sogenannten traditionellen Medizinen? Um was geht es eigentlich, wenn solche Gegensätze aufgestellt werden? Sind sie überhaupt noch zeitgemäß und ergeben sie irgendeinen Sinn? Was ist zum Beispiel die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), um nur eine der in Deutschland bekanntesten »traditionellen« Medizinrichtungen zu nennen? Was bedeutet eigentlich traditionell oder nicht westlich?

Romantizismen und Wissenschaft

Im Hinblick auf die TCM scheint heute geklärt zu sein, dass sie ein Kunstprodukt ist. Mithilfe einer Kommission aus Schulmedizinern, die von der chinesischen Regierung unter Mao Tse-tung in den 1950er- bis 1960er-Jahren eingesetzt wurde, sollten »… aus dem heterogenen Erbe der traditionellen chinesischen Heilkunde brauchbare ›Schätze‹ « gehoben werden, so der Sinologe und Medizinhistoriker Paul Unschuld, der sich seit Jahrzehnten mit diesen Fragen beschäftigt. Denn die chinesische Führung wollte sich von alten Konzepten wie Zauberei und Kräuterkunde verabschieden und die mithilfe der westlichen Schulmedizin erreichten Fortschritte feiern. Plötzlich sah sich Chinas Führung jedoch mit einer Flut von Medizinern und Heilpraktikern aus dem Westen konfrontiert, die im »Land der Mitte« die (neue) TCM studieren wollten. Vor allem Akupunktur zog die Massen an. Unterdessen ist sie ganz selbstverständlich in »unserem« Krankenversicherungssystem angekommen. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 175)

Katarina Greifeld, geb 1956, Medizinethnologin, ist Autorin und freiberuflich tätige entwicklungspolitische Sachverständige in Frankfurt am Main. Zuletzt erschien von ihr „Medizinethnologie. Eine Einführung“.

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