Karen van den Berg: Kritik, Protest, Poiesis

Als der Konzeptkünstler Hans Haacke 1971 eine von ihm erstellte Foto­ und Textdokumentation über die finanziellen Transaktionen eines Immobilienkonsortiums im New Yorker Guggenheim Museum ausstellen wollte, kam es zum Skandal. Die Ausstellung wurde nur 30 Tage vor der Eröffnung abgesagt, und der damalige Direktor des Guggenheim Museums, Thomas Messer, entließ den verantwortlichen Kurator Edward F. Fry, nachdem dieser öffentlich für Haacke Partei ergriffen hatte.

Haackes Arbeit Shapolsky et al. Manhattan Real Estate Holdings, a Real-Time Social System, as of May 1, 1971, die später vielfach international gezeigt wurde, dokumentierte, wie ein Immobilienkonsortium Kapital aus der Verslumung Manhattans schlug. Das Werk besteht aus 146 Fotografien von New Yorker Gebäuden, wobei jeder Fotografie ein maschinengeschriebener Text zugeordnet ist, der die geografische Lage des Gebäudes aufzeigt und die zugehörigen finanziellen Transaktionen verzeichnet. Ergänzt wird diese Serie durch eine Reihe von Übersichtstafeln und Stadtpläne von Harlem und der Lower East Side. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 182)

Karen van den Berg, geb. 1963, ist Inhaberin des Lehrstuhls für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis an der Zeppelin Universität und arbeitet als freie Ausstellungskuratorin. Zuletzt erschien »Politik des Zeigens« (mit Hans Ulrich Gumbrecht).

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