Jürgen Kaube – Brief eines Lesers (8)

Beim Lesen des Kursbuchs kommt man unweigerlich auf die Frage, wozu Zeitdiagnosen gut sind und was eine gute Zeitdiagnose wäre. Denn die Aufgaben intellektueller Magazine haben sich ja seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verändert. Als Lionel Trilling 1946 über The Function of the Little Magazine schrieb – er hatte die New Yorker Partisan Review im Blick –, war seine Ausgangsbeobachtung, dass die gebildeten Bürger sich nur wenig für Literatur interessierten. Ärzte, Rechtsanwälte und Geschäftsleute beschäftigten sich in ihrer Freizeit nicht mit Proust, Eliot, Kafka oder Gide.

Die sozialliberalen Eliten glaubten an den Wohlfahrtsstaat, an Fortschritt, Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit, aber das wiederum sei den Schriftstellern und den intelligentesten Intellektuellen gleichgültig. Folglich herrsche zwischen beiden Gruppen Entfremdung. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Jürgen Kaube, geb. 1962, ist Volkswirt und Ressortleiter »Geisteswissenschaften« der FAZ. Zuletzt erschien von ihm „Max Weber – Ein Leben zwischen den Epochen“.

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