Jan Schallaböck – Löscht die Daten!

Wo anfangen, wenn Edward Snowden recht hat?

Führt man sich die Schlagzeilen zu Fragen der Überwachung und des Datenschutzes der letzten Wochen, eigentlich der letzten Jahre, vor Augen, kann man nur zu einem Ergebnis kommen: Die Gemengelage ist bestenfalls unübersichtlich, auf alle Fälle unappetitlich. Selbst der Chaos Computer Club (CCC), sonst um Häme nicht verlegen, reagiert mit ostentativer Sprachlosigkeit und setzt damit ein Signal.
Auch nach einer – möglicherweise zunehmend seltener stattfindenden – Lektüre der enthüllenden Beiträge, die den Schlagzeilen folgen, ist man nicht viel schlauer. Glücklicherweise regt sich eine Vielzahl von Stimmen, die der Verlockung widerstehen, intellektuelle Überforderung mit Schweigen zu beantworten. Sie äußern sich in den Feuilletons, in Sammelbänden, in Erklärungen von Rechtsanwälten, Schriftstellern und nicht zuletzt der Kanzlerin, vom Bundespräsidenten und von Bundesverfassungsrichtern.

Daneben findet ein Austausch auf Konferenzen, im Rundfunk und – wohl am progressivsten – über die Blogs der Republik und der Welt statt. Mit anderen Worten: Eine gesellschaftliche Debatte ist in vollem Gange. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 177)

Jan Schallaböck, geb. 1975, ist Jurist bei iRights.Law in Berlin und forscht zu Datenschutzfragen als Mitarbeiter einer Datenschutzbehörde. Er ist unter anderem im Vorstand des Digitale Gesellschaft e.V.

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