Jürgen Dollase: Ist Kochen eine Kunst?

Wenn die Oper ihr Geld selber verdienen muss, wird sie zum Musical. Ist die Kochkunst, die ja quasi immer ihr Geld selber verdienen muss, vielleicht »nur« Musical, und wir wissen gar nicht, wie sie wäre, wenn sie denn Oper sein dürfte?

Natürlich gibt es auch innerhalb der Kochszene Unterscheidungen dieser Art. Da beschweren sich die selbständigen Köche (wie etwa Heinz Winkler von der »Residenz« in Aschau) über die »Hotelköche« (wie zum Beispiel Harald Wohlfahrt von der »Schwarzwaldstube« im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn), weil diese eben ihre Kosten nicht wirklich komplett selber einspielen müssen, sondern von der Werbung bis zur Organisation von dem größeren Betrieb profitieren. Insgesamt eint sie aber der irritierte Blick auf die Subventionskultur in den anderen Künsten, mit Riesengagen oder einer aufwendigen Publicity, die sich Köche selbst dann nicht leisten können, wenn sie zu den besten der Welt gehören.

Auch die besten der Welt, deren Mediatisierung bisweilen einen beträchtlichen Umfang annehmen kann, zeigen übrigens in der Regel nicht einen Hauch von Starallüren. Management-Getüddel und Hofierungen aller Art sind ihnen komplett fremd. (…)

(Weiterlesen im Kursbuch 184)

Jürgen Dollase, geb. 1948, studierte Kunst, Musik und Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf und den Universitäten Köln und Düsseldorf. Er ist Feinschmecker und Journalist und veröffentlicht Kolumnen in FAZ, FAS, Port Culinaire und Fine Winemagazine.

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