Irmhild Saake – Alles wird ethisch

Gremienethik als neue Herrschaftskritik

Ethische Gremien stehen im Verdacht, Parkplätze für diejenigen Mitarbeiter zu sein, die – vielleicht wegen ihrer vielen guten Ideen – weggelobt werden. Die Legitimation von solchen Gremien ist oft ungeklärt und wird sogar bestritten – wie etwa im prominenten Fall des Deutschen Ethikrates, der als Nachfolgeinstitution des Nationalen Ethikrates eine politisch deutlich beschränkte Reichweite hat. Aber auch andere Versammlungen, Arbeitsgruppen und Komitees, die das Etikett »ethisch« tragen, gelten als Alibiveranstaltung.

Sie machen Arbeit, stören ansonsten nicht und verschaffen allen ein gutes Gewissen. Außerdem schaffen sie Arbeitsplätze für Philosophen und Theologen, in deren Hände man gerne die Moderation der Sitzungen gibt. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 176)

Irmhild Saake, geb. 1965, ist Akademische Oberrätin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt erschien von ihr „Moderne Mythen der Medizin. Studien zur organisierten Krankenbehandlung“ (zusammen mit Werner Vogd).

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