Gunnar Stollberg – Was ist Gesundheit?

Auf den Spuren eines lädierten Begriffs

Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahre 1987, erschien das letzte Kursbuch zum Thema »Gesundheit«. Einige seiner Beiträge sind heute noch erstaunlich aktuell: Gesundheit werde in der Industriegesellschaft individualisiert, wozu auch die Präventionsideologie beitrage. Sie werde so zu einer nicht mehr kritisierbaren Kategorie sozialen Handelns, vielleicht sogar zu einem »Fetisch«. Jedoch seien »Verbesserungen im Gesundheitssystem« nicht »ohne umfassende Änderungen seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen« zu haben.

Wenn auch manche Sätze dem damaligen Zeitgeist geschuldet sind: »Die Machteliten manipulieren die unbewußten Unsterblichkeitswünsche der Subjekte, um davon abzulenken, daß sie selbst zur vorzeitigen Sterblichkeit so wirkungsvolle Beiträge leisten«, bleibt doch die Thematisierung von natürlicher Lebensführung, gesundheitlicher Selbstverantwortung (»Krankheit als Metapher«) und heterodoxen Medizinformen aktuell (die seit damals »alternative Medizin« genannt, obgleich sie meist komplementär verwendet werden). (…)

(weiterlesen im Kursbuch 175)

Gunnar Stollberg, geb. 1945, war bis zu seiner Pensionierung Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Medizinsoziologie und Medizinhistorie. Zuletzt erschien „Krankenhausgeschichte heute: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Hospital- und Krankenhausgeschichte?“

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