Gerhard Klas – Mythos Mikrokredit

Warum Kleinstdarlehen die Armen noch ärmer machen

Es war eine mediale Erfolgsgeschichte. Und in vielen Kreisen gilt sie bis heute noch als solche: der Mikrokredit als probates Mittel zur Bekämpfung der Armut im globalen Süden. Die Grundannahme: Als Unternehmer können sich die Armen aus der Armut befreien – dafür brauchen sie nur etwas Investitionskapital. Das Problem: Banken gewähren den Armen in der Regel keine Kredite. Die Lösung: Mikrofinanzinstitute (MFI), die Kleinstkredite, umgerechnet zwei- bis dreistellige Eurobeträge, ohne herkömmliche Sicherheiten vergeben.
Diese simple Erzählung hat viele gesellschaftliche Akteure schnell überzeugt. Für die Mikrokredite hat sich in den vergangenen Jahren eine Allianz starkgemacht, die sonst nur selten zusammenkommt: Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, Kirchengemeinden und Wissenschaftler, Banken und sogar einige Globalisierungskritiker. Staatliche und zivilgesellschaftliche Entwicklungsorganisationen sehen die Mikrofinanz zunehmend als Alternative zur klassischen Entwicklungshilfe. Ein Grund: Die Mikrokredite umgibt ein ganz besonderer Charme. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 179)

Gerhard Klas, geb. 1967, ist Journalist und Buchautor. Zuletzt erschien von ihm (zusammen mit Philip Mader) „Rendite machen und Gutes tun? Mikrokredite und die Folgen neoliberaler Entwicklungspolitik“.

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