Franziska Hohl – Ausgeburt der Ohnmacht

Bilanz einer Tochter

Ich wurde 1990 geboren. Das Jahr, in dem Deutschland sich wiedervereinigt. In dem die Charta von Paris den Kalten Krieg für beendet erklärt. In dem Nelson Mandela freigelassen und damit das Ende der Apartheid eingeläutet wird. In dem die WHO Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Krankheiten streicht. In dem die Diddl­Maus erfunden wird. Es ist das Jahr, in dem die letzten Kämpfe um Freiheit gewonnen zu sein scheinen und Ruhe in die Gemüter der Menschen, vornehmlich die der Bundesrepublik einkehrt. Und es ist das Jahr, in dem sich eine Gesellschaft im Überfluss ankündigt.

Ich gehöre der Generation an, die in genau diese Gesellschaft geboren wird. Unsere Eltern haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um uns eine Welt zu bieten, in der nichts unmöglich scheint. Meine Generation kann es sich leisten, in jeder Hinsicht wählerisch zu sein. Wir wählen nicht mehr nur zwischen verschiedenen Urlaubsdomizilen aus, sondern entscheiden, ob wir ein Erasmus­Semester auf La Réunion, ein Praktikum in Guangzhou… (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Franziska Hohl, geb. 1990, ist Studentin der Soziologie und Musikwissenschaft an der Ludwig­-Maximilians­Universität München.

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