Florian Süssenguth – Piraten wählen?

Partei ohne Geschichte

Die Piraten sind eine Partei ohne jene lange Erzählung von Triumphen und Niederlagen, ohne in Glas und Stein der Berliner Parteizentralen geronnene Lichtgestalten oder ererbte Feindschaften und Wahlverwandtschaften, die ihnen einen festen Platz in der deutschen Parteienlandschaft und auf den Wahlzetteln garantieren könnten. Die Piraten können nicht auf natürlich gewachsene Bande zu Klassen oder Schichten vertrauen und auch nicht auf das Trägheitsmoment der Gewohnheitswähler, wenn sie im Herbst in den Bundestag einziehen wollen. Gerade diesen Mangel an Geschichte aber könnte eine Piratenfraktion in der Opposition zu ihrer Stärke machen und aus der Position des Fremden heraus die eingeschliffenen bundespolitischen Strukturen zum Sprechen zwingen. Die Tragödie der Piraten im vergangenen Jahr ist keineswegs, dass sie diese Funktion nicht erfüllt hätten. An keiner anderen Partei konnte die deutsche Öffentlichkeit in den letzten Jahren mehr über die Eigenlogik der Politik lernen. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 174)

Florian Süssenguth, geb. 1983, ist Diplom-Soziologe am Institut für Soziologie an der Ludwigs Maximilians-Universität München.

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