Erich Weede – Freiheit impliziert Ungleichheit …

… Ungleichheit impliziert Ansporn und Chancen

Allgemeine Überlegungen zu Freiheit und Gleichheit. Am Anfang jedes human- und sozialwissenschaftlichen Denkens sollten zwei Einsichten stehen. Erstens unterscheiden wir Menschen uns in vielerlei Beziehungen – nicht nur in Länge oder Gewicht, Alter oder Geschlecht, sondern auch in Intelligenz, Humankapital oder Arbeitsproduktivität. Sofern man (wie John Locke) das Selbsteigentum des Menschen voraussetzt, ist es naheliegend, ihm auch das Eigentumsrecht an den Früchten seiner Arbeit zuzugestehen. Wenn mehr oder weniger produktive Menschen frei arbeiten und die Früchte ihrer Arbeit behalten dürfen, dann ergibt sich Ungleichheit. Dass es bei einer Teamproduktion manchmal schwierig ist, festzustellen, wer welchen Anteil an der Erzeugung von Produkten hat, ändert am grundsätzlichen Sachverhalt nichts.

Zweitens sind wir Menschen in einer Beziehung tatsächlich gleich. Gewissheit über den eigenen Besitz der Wahrheit sollte sich niemand zuschreiben. Aber da beginnen schon wieder die Unterschiede unter den Menschen: Manche sind anfälliger für die Illusion, sie hätten Gewissheit über den Besitz der Wahrheit, als andere. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 179)

Erich Weede, geb. 1942, ist Psychologe, Politikwissenschaftler (Schwerpunkt Kriegsursachen) und Soziologe an der Universität Bonn, wo er emeritierter Lehrstuhlinhaber ist. Zuletzt erschien „Freiheit und Verantwortung, Aufstieg und Niedergang“.

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