Eran Shakine – A Muslim, a Christian and a Jew

Ordnung als Wunschtraum

„Art as a mirror to culture and society“. Auf seinem Instagram-Profil liefert der in Tel-Aviv lebende Künstler Eran Shakine nicht nur Fotografien seiner Arbeit, sondern auch gleich eine Ästhetik dessen, was er tut. Mit seiner Kunst als Spiegel der Gesellschaft nimmt es Shakine durchaus ernst: In den Zeichnungen der Strecke „A Muslim, a Christian and a Jew“ habe er bewusst auf religiöse Symbole verzichtet, sagt Shakine 2016 im Interview mit DIE ZEIT, als seine Zeichnungen in Berlin ausgestellt wurden. Bevor der Betrachter Trennungen vornimmt, solle er die Figuren so sehen, wie er sie auch im Alltag zuerst wahrnehmen würde, als Mitmenschen. Nicht als Andere.

Gelernte Ordnungen ablegen, stattdessen Verbindungslinien offenbaren, Brücken bauen: Der 1962 geborene Künstler ist der Sohn eines Elternpaares, das den Holocaust überlebte, er selbst erlebt als Kind schon den Sechstagekrieg mit. Gerade deshalb sei ihm diese verknüpfende Geste ein Anliegen, was Shakine nicht nur inhaltlich, sondern auch formal in seinen Zeichnungen verdeutlicht, etwa dadurch, dass er Schrift und Zeichnung mischt und unterschiedliche Kommunikationssysteme zum Klingen bringt. So wird noch augenfälliger, worin wir Menschen uns letzten Endes gleichen: In unserer Suche und dem Streben nach Glück, Erfüllung, Frieden, Freiheit.

Eran Shakines Werke – worunter neben Zeichnungen vor allem Skulpturen gehören – werden in Museen weltweit ausgestellt, seine Zeichnungen um die kleinen Männlein, die alle auf Abraham als Gründervater zurückblicken, waren zuletzt 2018 im Jüdischen Museum in München zu sehen. Im Heimatt-Kursbuch begeben sich die drei Gläubigen auf eine neuerliche Suche nach ihren Gemeinsamkeiten.