Dark Horse: Einfach ausprobieren

Um 10.23 Uhr rollt der weltkleinste Zug in Letschin, dem weltkleinsten bemannten Bahnhof, ein. Er hat genau einen Waggon und ist immer pünktlich. Auf den 80 Kilometern von Berlin nach hier gibt es 20 beschrankte Bahnübergänge. Jeder wird von einem echten Menschen überwacht. Hier kann nichts passieren. Es läuft immer nach Plan.

Unser Plan ist heute, diesen Text zu schreiben. Und wir müssen ihn im Landhaus schreiben. Es geht nicht anders. Schließlich sind wir Generation Y. Wir haben Häuser auf dem Land, und wir müssen sie benutzen. Sonst lohnt es nicht richtig. Kostet ja auch. Außerdem ist es gefährlich, im Büro zu arbeiten. Wenn jemand von der Presse reinkommt, und wir sitzen fleißig am Schreibtisch, ist unser Image ruiniert, und dann bekommen wir keine Aufträge mehr. Dann können wir einpacken. Das geht ratzfatz heutzutage. Wir wurden nicht gefragt, ob wir dazugehören wollen oder nicht zur Generation Y. So ist das im Leben. Irgendwann kommt ein Soziologe oder das Feuilleton vorbei und klebt ein Etikett drauf, und dann ist das so. (…)

Dark Horse, gegr. 2009, ist ein Zusammenschluss von etwa 30 Gründern. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit: Innovationsberatung. Zuletzt erschien »Thank God it’s Monday«.

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