Dirk Lüddecke – FDP wählen?

Die inneren Widersprüche des Liberalismus

Es sollten gute Zeiten für den Liberalismus in Deutschland sein. Das Staatsoberhaupt ist ein bekennender Liebhaber der Freiheit, dessen tiefe Überzeugung es sei, dass die Freiheit das Allerwichtigste im Zusammenleben ist und erst Freiheit unserer Gesellschaft Kultur, Substanz und Inhalt verleihe. Auch andere Rahmenbedingungen sind günstig für den Liberalismus. Die äußere wie die innere Bedrohungslage ist überschaubar, die wirtschaftliche Situation vergleichsweise robust und bei allen Unwägbarkeiten einigermaßen günstig. Die Kultur der gesellschaftlichen Debatten und des politischen Konfliktaustrags ist verhältnismäßig pluralistisch, ideologiefrei und tolerant. Die liberale idée directrice des Wettbewerbs regiert selbst dort unangefochten, wo sich der Sinn der Sache und Erfolg auch ganz anders verstehen ließen.

Was ist konservativ, und ist es die Union je gewesen?

Im vergangenen Sommer konnte man lesen, einem Kreis konservativer Unionspolitiker falle es schwer, sich auf ein geplantes Manifest zu einigen, denn einer der beteiligten Abgeordneten sei »für Atomkraft und gegen den Mindestlohn«, während es sich bei einem anderen genau umgekehrt verhalte (FAZ, 22. 08. 2012), und kürzlich riefen »Die Deutschen Konservativen e. V.« in einer Zeitungsannonce dazu auf, sich einer Dankdresse an den eben zurückgetretenen Papst Benedikt anzuschließen. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 174)

Dirk Lüddecke, geb. 1969, ist Professor für Politische Theorie am Institut für Politikwissenschaft der Universität der Bundeswehr München.

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