Dirk Baecker – Der Arbeitskraftunternehmer

Arbeit im Zeichen ihrer Kritik

Die Kritik. Der Arbeitskraftunternehmer, das klingt nach einer doppelten Denunziation. Erstens werden hier Arbeiter und Arbeiterin auf jene abstrakte Arbeitskraft reduziert, die das Kennzeichen eines unmenschlichen, weil um die konkreten Umstände unbekümmerten Kapitalismus ist, wie ihn Karl Marx beschrieben hat. Und zweitens wird dieser abstrakten Arbeitskraft zugemutet, auf den Märkten dieses Kapitalismus unternehmerisch tätig zu werden, das heißt, sich nicht etwa an Fragen der menschlichen Selbstverwirklichung zu orientieren, um der Abstraktion wieder in die Konkretion des Lebens zu entkommen, sondern den Vorgaben der Gewinnaussichten dort zu folgen, wo die ungewissen Launen der Mitmenschen sie zu bieten scheinen.

Der Arbeitskraftunternehmer ist die Kombination von Ausbeutung und Profitgier, die den Tiefpunkt jenes neoliberalen Gesellschaftsmodells markiert, auf das der Kapitalismus sich alternativlos reduzieren lässt, seit ihm keine Aussicht auf den Sozialismus mehr widerspricht. Der Mensch als Ameise. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 179)

Dirk Baecker, geb. 1955, ist Soziologe und Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee. Zuletzt erschien „Neurosoziologie. Ein Versuch“.

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