Deborah Lupton – Persönlich verantwortlich

Gesundheit im digitalen Zeitalter
Wie sich Techniken und die Vorstellung von Gesundheit ändern

Die Vorstellungen darüber, was Menschen krank macht oder sie tun sollten, um Krankheit, Leiden und frühen Tod zu verhindern, haben sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. Die meisten davon gehen auf kulturell geprägte Annahmen und politische Vorgaben zurück, die Gesundheit oder Krankheit und Leiden im Zusammenhang mit persönlicher Verantwortung sehen. In den USA beispielsweise hält sich der traditionelle Ansatz, wonach Individuen in hohem Maße Einfluss auf den Erhalt ihrer Gesundheit und den Umgang mit Krankheit haben. Das wiederum schlägt sich in einem stark privatisierten Gesundheitswesen und dem Vorbehalt gegenüber einer gesetzlich geregelten medizinischen Versorgung nieder. Im Gegensatz dazu ist das Gesundheitssystem der meisten anderen entwickelten Länder, unabhängig von Einkommen oder Art der Krankenversicherung, offen für alle Bürger.
Doch ungeachtet dieser Unterschiede ist es mit Beginn des neuen Jahrtausends fast überall zu einem Umschwung gekommen, der darauf abzielt, Patienten wie die Allgemeinheit überhaupt ihre Gesundheit beziehungsweise Gesundheitsvorsorge in eigener Regie »managen« zu lassen. Die seit der Jahrhundertwende aufgekommenen und durch Web-2.0-Plattformen betriebenen neuen digitalen Technologien werden in diesen Ansatz von »Gesundheitsvorsorge« und persönlicher Verantwortung dafür eingebunden. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 175)

Deborah Lupton, geb. 1963, ist Soziologie-Professorin an der Universität Sydney,
Schwerpunkt Medizinsoziologie. Sie schreibt den Blog »This Sociological Life«. Zuletzt erschien von ihr „The Social Worlds of the Unborn“.

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