Das nächste Kursbuch – Die nächste kursbuch.edition

Armin Nassehi, Peter Felixberger (Hg.)
Kursbuch 194 – anders alternativ
200 Seiten, broschiert, Eur 19,00 (D)
ISBN 978-3-96196-004-0
ISSN: 0023-5652
Erscheint am 02. Juni 2018

Alternativ sein, Anders sein. Für die 68er ein Muss. Für die Babyboomer ein Kann. Für die Generation Y ein Darf. Wo stehen wir heute? Dieses Kursbuch sucht Zwischenräume, Subkulturen und Gegenöffentlichkeiten. Und stellt die Frage, inwieweit wir heute in einem großen Mainstream gelandet sind, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt – kulturell, politisch, gesellschaftlich und ökonomisch. Oder es ist alles ganz anders: Alternatives Leben Leben an den Peripherien? In ländlichen Räumen, Medien- und Markenwelten, im Sport und Theater sowie in der Musik? Das große Kursbuch auf der Suche nach den letzten Unterscheidungen im großen Mainstream! Von den Border Artists an der US-mexikanischen Grenze bis hin den Neonomaden in Meck-Pom.

Essays von u.a Jan-Werner Müller, Karl Bruckmaier, Ernst Mohr, Stefan Rammler, Daniel Bell, Astrid Seville, Jagoda Marinic, Günter Gebauer, Tim Renner und Armin Nassehi. Literaturstrecke von Jeff Beer, Kunststrecke von Stefan Falke und ein Interview mit Matthias Lilienthal. Jeder Beitrag in einer anderen Schrift.

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Armin Nassehi
Gab es 1968? – Eine Spurensuche
ca. 200 Seiten, Eur 20,00 (D)
ISBN 978-3-96196-008-8
Erscheint am 20. April 2018
E-Book: Eur 9,99 (D)
ISBN 978-3-96196-009-5

Für die einen ist es der Umbruch in eine moderne Zeit. Für andere der Beginn eines epochalen Werteverlustes. Kontroverse hin oder her: Die Chiffre „68“ steht für eine historische Zäsur. Bleibt zu fragen, ob es sie gab. Das Jahr 1968 hat es gegeben. Aber gab es „1968“? War „1968“ wirklich jener Umschlagpunkt, der eine verkrustete, unbewegliche Welt in eine offene Zukunft geführt hat? Jedenfalls ist der Mythos „1968“ ein beredter Erzählanlass.

Auch für individuelle Biografen gilt, dass sie sich besser erzählen lassen, wenn es ein kritisches Ereignis gegeben hat, das alles ändert. Wenn ein Kairos in das chronologische Nacheinander fährt, wenn es einen Identifikationspunkt gibt, von dem her sich alles erklären lässt. Nun fallen Revolutionen und Plötzlichkeiten – so sie denn welche sind – nicht einfach vom Himmel. In diesem Essay soll es deshalb um folgende Fragen gehen: Welche gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen und Veränderungen haben „1968“ möglich gemacht? Ist „1968“ Ursache oder Effekt von Veränderungen? Und was ist davon geblieben?

Die These wird lauten: „1968“ hat vor allem zweierlei unhintergehbar etabliert – zum einen den Siegeszug der kommunikativen Verflüssigung von allem. Nichts blieb sicher vor der kommunikativen Kraft der Problematisierung und einer geradezu protestantischen Entscheidungsgewalt. Zum anderen aber steht „1968“ auch für das Gegenteil davon, für die popkulturelle Negation des tiefen Sinns und des guten Grundes und die Prämiierung der ästhetischen Pose. Beides kann als Befreiung empfunden werden.

Und heute? Vielleicht werden diese beiden Erbschaften von „1968“ amalgamiert: Vielleicht schrumpft das Diskursive zur popkulturellen Pose – und vielleicht wird die Gegenwartsorientierung des Pop zum tiefsinnigsten Ausdruck einer komplexen Gesellschaft.


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