Daniel Bax – Feindbild: Islam

Die rechten Retter des Abendlands

Das Feindbild Islam verbindet heute Rechtspopulisten in ganz Europa – es ist ihr kleinster gemeinsamer Nenner, neben ihrer Ablehnung der Europäischen Union und der von Flüchtlingen. Zwei Ziele stehen bei ihnen im Vordergrund: erstens die Einwanderung insgesamt zu reduzieren, vor allem die von Muslimen, wenn nicht sogar rückgängig zu machen. Und zweitens die Muslime in Europa möglichst unsichtbar zu machen und Kopftücher, Moscheen und alles allzu Fremde aus dem Blickfeld verschwinden zu lassen. Dahinter steckt die Sehnsucht, alles möge so übersichtlich und kulturell homogen bleiben, wie es in der nostalgisch verklärten Erinnerung früher einmal gewesen sein soll.

Führende Köpfe der Alternative für Deutschland (AfD) haben den Anti-Islam-Kurs ihrer Partei bereits argumentativ eingeleitet, noch bevor auf dem Bundesparteitag in Stuttgart Ende April die dazu passenden Beschlüsse gefasst wurden. Der Islam sei »eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist«, tönte die AfD-Vizechefin Beatrix von Storch. Und Alexander Gauland, Fraktionschef der AfD in Brandenburg und graue Eminenz der Partei, nannte den Islam einen »Fremdkörper«. Er sei »intellektuell immer mit der Übernahme des Staates verbunden«, darum drohe uns die Islamisierung. Aber Deutschland sei »ein christlich-laizistisches Land« und solle das auch bleiben. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 186)

Daniel Bax, geb. 1970, arbeitet bei der taz zu den Themen Migration, Integration und Asyl. Zuletzt erschien Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten.

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