Vera Bachmann: Brief einer Leserin (11)

Dass die Jugend von heute auch nicht mehr das ist, was sie einmal war, das zumindest war schon immer so. Ob sie aber für die Verrohung der Sitten steht oder die Verheißung einer besseren Zukunft transportiert, das änderte sich im Lauf der Zeit immer mal wieder.

Das Bild, das man von der Jugend jeweils hatte, sagt dabei meist mehr über die eigene Zeit und die eigene Generation aus als über die kommende. Und in dieser Hinsicht hat sich auch die Haltung dieser Publikationsreihe trotz aller Kursänderungen nicht gewandelt: Das Kursbuch, das laut seinem ersten Herausgeber Hans Magnus Enzensberger nie die Richtung vorgeben, sondern nur aktuelle Verbindungen anzeigen wollte, richtet seit seinem Bestehen den Blick auffallend oft auf die Gleise, die in die Zukunft führen. Der Blick auf die Jugend ist dabei ein doppelter, er verbindet Zukunft mit Vergangenheit. (…)

Vera Bachmann, geb. 1979, lebt in München und ist Referentin der Waldemar-Bonsels-Stiftung, die sich unter anderem der Förderung von Kinder und Jugendliteratur widmet. Zuletzt erschien »Stille Wasser – tiefe Texte? Zur Ästhetik der Oberfläche in der Literatur des 19. Jahrhunderts«.

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