Armin Nassehi – Die erste digitale Generation

Eine kontraintuitive Diagnose

Ich wurde nicht 1964 geboren, sondern 1960 – das macht, selbst in den schnellen heutigen Zeiten, keinen großen Unterschied. Wie soll ich nun diese Generation beschreiben? Meine erste Intuition, als ich dar­
über nachgedacht habe, war eine zunächst unplausible Idee – nämlich die in der ersten Hälfte der 1960er­Jahre Geborenen als erste digitale Generation zu beschreiben – das ist kontraintuitiv deshalb, weil man das Digitale wohl eher den Jüngeren zuspricht. Und trotzdem, wir sind die erste digitale Generation, ohne es zunächst gemerkt zu haben. Ich fange deshalb eher biografisch an.

Frühe Technologieschübe: Ich habe 1979 in Gelsenkirchen mein Abitur abgelegt und danach in Münster studiert – Erziehungswissenschaften, parallel auch Philosophie, jeweils mit dem Nebenfach Soziologie. Ich habe im Studium viel schreiben müssen – wie es sich für ein Studium gehörte und gehört. Zunächst hatte ich eine mechanische Schreibmaschine von meinen Eltern, sehr mühsam zu bedienen, mit großen Zwischenräumen zwischen den Tasten, was bei unsachgemäßem Gebrauch dazu führte, dass meine Finger immer wieder zwischen den Tasten festgeklemmt sind, mit bisweilen durchaus schmerzhaften Folgen. Ich weiß nicht mehr, wann genau es war – vielleicht in meinem dritten Semester. (…)

(weiterlesen im Kursbuch 178)

Armin Nassehi, geb. 1960, ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt erschien „Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss“.

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