Andrian Kreye – Brief eines Lesers (10)

Man landet beim Nichtwissen nicht mehr zwangsläufig bei Sokrates’ unzählige Male um- und fehlgedeutetem »Ich weiß, dass ich nichts weiß«. Das geläufigste Zitat der jüngeren Geschichte stammt vom damaligen amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der im Februar 2002 während der Vorbereitungen für den Irakkrieg bei einer Pressekonferenz jenen Satz prägte, der zunächst als eine der rhetorischen Verkrampfungen abgetan wurde, mit der die Bush-Regierung so ziemlich jede Ungeheuerlichkeit schönredete, später aber als in sich logisch und schließlich vom Star der linken Philosophie Slavoj Žižek als durchaus bedenkenswert rehabilitiert wurde: »There are known knowns. There are things we know that we know.
There are known unknowns. That is to say, there are things that we now know we don’t know. But there are also unknown unknowns. There are things we do not know we don’t know.« (…)

(weiterlesen im Kursbuch 180)

Andrian Kreye, geb. 1962, ist Journalist und seit 2007 Leiter des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung.

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