Kursbuch 195 #realitycheck_medien, Fotostrecke (c) Ai Weiwei, Laundromat

Ai Weiwei – Laundromat – Foto 1

Laundromat dokumentiert zurückgelassene Dinge im griechischen Flüchtlingslager in Idomeni aus dem Jahr 2016. Kleidung, Schuhe sowie Decken wurden gewaschen, zum Trocknen aufgehängt und gebügelt. Im Anschluss wurde alles sortiert und geordnet. Die Ereignisse in Idomeni stellten einen entscheidenden Augenblick in der Flüchtlingsfrage dar. Hunderttausende durchquerten 2015 diesen Ort an der Grenze zwischen Griechenland und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Am 9. März 2016 wurde die Grenze von mazedonischer Seite geschlossen, und die Balkanroute war dicht. Zwischen 10 000 und 15 000 Flüchtlinge strandeten dort in der Folge und hofften darauf, dass die Grenze bald wieder geöffnet würde.

Sie trotzten jedem Wetter und hielten den trostlosesten Lebensumständen stand. Es standen keine Möglichkeiten zum Wäschewaschen oder sonstige Einrichtungen zur Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse zur Verfügung. Zwischen 24. und 26. Mai 2016 evakuierten die griechischen Behörden die Lager in Idomeni. Einige der Flüchtlinge wurden in andere griechische Lager gebracht, andere wiederum zogen sich zu Fuß in Richtung der Berge zurück, um mobil zu bleiben. (…)

Ai Weiwei vor dem Flüchtlingslager Idomeni in Griechenland, 2016.
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In eigener Sache:  Das nächste Buch von Ai Weiwei wird 2019 in der kursbuch.edition erscheinen. Nähere Informationen rechtzeitig auf kursbuch.online.

Ai Weiwei, geb. 1957, lebt und arbeitet als Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator in Berlin. Der chinesische Menschenrechtler und Dissident hatte bis 2015 Reiseverbot. Zahlreiche Preise und weltweite Ausstellungen.

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