20 Kursbücher – 20 Themen – 20 Zitate

Das Kursbuch erscheint seit Februar 2012 im Murmann Verlag. Seit der 170 „Krisen lieben“ gab es (mit der nun kommenden 189 „Lauter Lügen“) 20 Kursbücher, 20 Themen, (fast) 20 Bildstrecken und mehr als 200 Essays von bekannten Publizisten, Soziologen, Philosophen und Politikwissenschaftlern.

Was bedeutet Gutes Leben im 21. Jahrhundert? Ist Moral gut? Ist nicht wählen legitim? Was zeichnet die Generation Y aus? Wie haben die Babyboomer die Welt verändert? Was bringt Flüchtlinge dazu, ihr ganzes Leben, oftmals mit Arbeit, Familie und Haus zurückzulassen? Was bedeutet fremd sein? Ist kalter Frieden nach einem kalten Krieg unumgänglich? Welche Rolle spielen Lügen in unserer heutigen Gesellschaft? Bekannte Autoren wie Heinz Bude, Jürgen Zöllner, Alfred Hackensberger, Armin Nassehi uvm. schreiben aus ihren ganz eigenen Blickwinkeln und Perspektiven über Themen, die uns und die Welt bewegen.

Wir haben dieses kleine Jubiläum zum Anlass genommen, einige der besten Zitate aus diesen 20 Kursbüchern zusammenzustellen.

»Parteien lieben die Krise, weil die Krise und die Kritik der politischen Organisierung Gewähr dafür leisten, dass es weitergeht.«
Jasmin Siri, Soziologin, im Kursbuch 170 »Krisen lieben«

»Es geht nicht nur – liberal – um Chancen, die jeder ergreifen kann, sondern darum, dass diese Chancen ergriffen werden müssen. Der Profitmechanismus ist kein Tugendproblem, sondern ein immanenter Operator, der das Wachstum stabilisiert, das heißt, den wohlfahrtssenkenden Abbruch verhindert.«
Birger P. Priddat, Professor für Politische Ökonomie, im Kursbuch 171 »Besser optimieren«

»Glück basiert auf drei Säulen: Haben, Sein und Lieben.«
Tobias Esch, Mediziner und Gesundheitswissenschaftler, im Kursbuch 172 »Gut leben«

»Früher hätte man gesagt: Die Linken sind für den Fortschritt, die Konservativen für die Reaktion. Aber das ist nicht mehr so.«
Paul Nolte, Professor für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte, im Kursbuch 173 »Rechte Linke«

»Keiner Partei geht es um die Gestaltung einer offenen Zukunft, allen geht es um die Aufrechterhaltung eines schon brüchig gewordenen Status Quo.«
Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign, im Kursbuch 174 »Richtig wählen«

»Alle Menschengenerationen vor uns haben gegessen, zwei- bis dreimal täglich.
Und sie sind alle tot
Peter Wagner, Chefredakteur von kochmonster, im Kursbuch 175 »Gefährdete Gesundheiten«

»Moralisch sein heißt dann, ein Gewissen zu haben, dem eine Gesinnung entspricht, und Verantwortung zu übernehmen aus dem ein Handeln erfolgt.«
Heinz Bude, Soziologe, im Kursbuch 176 »Ist Moral gut?«

»Wir fühlen uns wie Informationsgötter, doch in Wirklichkeit sind wir nur hilflose informationelle Kleinkinder.«
Evgeny Morozov, Publizist, im Kursbuch 177 »Privat 2.0«

»Wenn Kinder den Optimismus und das Zukunftsvertrauen einer Generation widerspiegeln, dann hatte Deutschland nie mehr davon als in den Sechzigerjahren.«
Inge Kloepfer, Journalistin und Sachbuchautorin, im Kursbuch 178 »1964«

»Darin liegt die wesentliche soziale Errungenschaft der Französischen Revolution: Es gibt keine sich selbst perpetuierenden Vermögen mehr. Es mag nicht jeder eine Chance haben, aufzusteigen, aber niemand entgeht mehr dem Risiko des Abstiegs. Die Revolution richtete sich gegen ein System, in dem die Privilegierten sich gegenseitig stützten und vor dem Schwund bewahrten. Die Angst vor dem Abstieg, das große Trauma des Bürgertums, sollte jeden treffen oder motivieren können.«
Georg von Wallwitz, Mathematiker und Philosoph, im Kursbuch 179 »Freiheit, Gleichheit und Ausbeutung«

»Jene, die wissen, dass sie nichts wissen, schneiden im Durchschnitt besser ab.«
Martin G. Kocher, Professor für Verhaltensökonomik, im Kursbuch 180 »Nicht wissen«

»Es wäre naiv zu glauben, dass junge Menschen, die damit aufgewachsen sind, dass selbst ein Waschmittel eine eigene Farbe, einen Jingle und einen Geruch haben muss, nicht auf die Idee kommen, auch sie bräuchten ein Konzept, eine Markenbotschaft, eine Identity zum Herzeigen.«
Lara Fritzsche, Journalistin und Sachbuchautorin, im Kursbuch 181 »Jugend forsch«

»Wenn du die Kritik schon kennst, dann hat die Kritik schon aufgehört, Kritik zu sein.«
Mark Greif, Amerikanist und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift n+1,  im Kursbuch 182 »Das Kursbuch. Wozu?«

»Sie folgen einem Traum, so wie andere Menschen auch – unrealistisch und mit Klischees beladen. Das ist ihr gutes Recht.«
Alfred Hackensberger, Journalist, im Kursbuch 183 »Wohin flüchten«

»Die Kunst sagt zu ihrem Betrachter: ich bin nicht das, was du von mir denkst.«
Boris Groys, Professor für Kunstwissenschaft, im Kursbuch 184 »Was macht die Kunst?«

«Wir bleiben uns stets fremd, weil wir nicht in den Kopf der anderen hineinschauen können.«
Armin Nassehi, Soziologe, im Kursbuch 185 »Fremd sein«

»Der Neuen Rechten ist in wenigen Jahren genau das gelungen, was sie seit Jahrzehnten anstrebt: in den öffentlichen Diskurs einzudringen, um so im vorpolitischen Raum »kulturelle Hegemonie« zu erlangen und damit langfristig eine Übernahme der politischen Macht zu ermöglichen.«
Liane Bednarz, Publizistin und Juristin, im Kursbuch 186 »Rechts.Ausgrabungen«

»Rigoros zu interpretieren heißt, die Welt zu verändern.«
Hans Hütt, Politikwissenschaftler, im Kursbuch 187 »Welt verändern«

»Kalter Frieden dürfte das Maximum des Menschenmöglichen sein und also kein schlechter Hoffnungsschimmer, wenn man sich nur auf ihn besinnt.«
Karsten Fischer, Professor für Politische Theorie, im Kursbuch 188 »Kalter Frieden«

»Die Karriere des Postfaktischen ist genau keine Krise des Wissens, sondern eine Krise dessen, was wir als Autorität anerkennen. Wir stehen möglicherweise am Ende der Periode des wissenschaftlichen Exzeptionalismus.«
Fritz Breithaupt, Professor für Germanic Studies und Kognitionswissenschaften, und Martin Kolmar, Professor für Volkswirtschaftslehre, im Kursbuch 189 »Lauter Lügen«

Kursbuch, Februar/März 2017
Zusammenstellung: Maria Reiser